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nicht vorgezeichnet, sondern nur durch einen Aktus innerhalb unserrealisierbar. Dals sich die Länge überhaupt erst in dem Vergleichungs-prozess herstellt und also dem Einzelobjekt als solchem, von dem sieabhängt, vorenthalten ist, verbirgt sich uns nur deshalb leicht, weil wiraus den einzelnen relativen Längen den allgemeinen Begriff der Längeabstrahiert haben, — bei dem also die Bestimmtheit, ohne die eskeine konkrete Länge geben kann, gerade weggelassen ist, — und nundiesen Begriff in die Dinge hineinprojizierend, meinen: diese müfsten dochzunächst einmal überhaupt L ä n g e haben, ehe dieselbe durch Vergleichungsingulär bestimmt werden könnte. Es tritt hinzu, dafs aus den unzähligen,längenbildenden Vergleichungen feste Mafsstäbe auskristallisiert sind,durch Vergleichung mit denen allen einzelnen Raumgebilden ihre Längenbestimmt werden, so dafs diese nun, gleichsam die Verkörperungenjenes abstrakten Längenbegriffes, der Relativität entrückt scheinen, weilsich zwar alles an ihnen mifst, sie selbst aber nicht mehr gemessenwerden — kein geringerer Irrtum, als wenn man zwar den fallendenApfel von der Erde, die Erde aber nicht von dem Apfel angezogenglaubt. Endlich wird uns eine der einzelnen Linie für sich zukommendeLänge dadurch vorgetäuscht, dafs wir an ihren einzelnen Teilen schondie Mehrheit der Elemente haben, in deren Relation die Menge besteht.Denken wir uns, dafs es in der ganzen Welt nur eine einzige Liniegäbe, so würde diese überhaupt nicht »lang« sein, da es ihr an derKorrelation mit einer anderen fehlte, — weshalb man denn auch aner-kanntermafsen von der Welt als einem Ganzen keine Mafsbestimmungaussagen kann, weil sie nichts aufser sich hat, in Relation womit sieeine Gröfse haben könnte. In dieser Lage aber befindet sich tatsächlichjede Linie, solange sie ohne Vergleich mit anderen, bezw. ohne Vergleichihrer Teile untereinander betrachtet wird: sie ist weder kurz noch lang,sondern noch jenseits der ganzen Kategorie. Diese Analogie also, stattdie Relativität des wirtschaftlichen Wertes zu widerlegen, verdeutlichtsie vielmehr.
Wenn wir die Wirtschaft als einen Spezialfall der allgemeinenLebensform des Tausches, der Hingabe gegen einen Gewinn ansehenmüssen, so werden wir schon von vornherein auch innerhalb ihrer dasVorkommnis vermuten:. dafs der Wert des Gewinnes nicht sozusagenfertig mitgebracht wird, sondern dem begehrten Objekt teilweise odersogar ganz erst durch das Mafs des dafür erforderlichen Opfers zuwächst.Diese ebenso häufigen wie für die Wertlehre wichtigen Fälle scheinenfreilich einen inneren Widerspruch zu beherbergen: als liefsen sie unsdas Opfer eines Wertes für Dinge bringen, die uns an sich wertlos sind.