47
gleichen steht, das qualitative Wesen des Objekts also überhaupt nichtberühre. Die Brauchbarkeit aber scheint vor aller Wirtschaft, allemVergleiche, aller Beziehung zu anderen Objekten zu bestehen und, alsdas substantielle Moment der Wirtschaft, deren Bewegungen von sichabhängig zu machen.
Der Umstand, dessen Wirksamkeit hiermit umschrieben ist, wirdnun vor allen Dingen durch den Begriff der Brauchbarkeit (oder Nütz-lichkeit) nicht richtig bezeichnet. Was man in Wirklichkeit meint, istdie Begehrtheit des Objekts. Alle Brauchbarkeit ist nämlich nichtimstande, zu wirtschaftlichen Operationen mit dem Gegenstände zu ver-anlassen, wenn sie nicht Begehrtheit desselben zur Folge hat. Und tat-sächlich hat sie das nicht immer. Irgend ein »Wünschen« mag mit jederVorstellung uns nützlicher Dinge mitklingen, das wirkliche Begehrenaber, das wirtschaftliche Bedeutung hat und unsere Praxis einleitet, bleibtauch solchen gegenüber aus, wenn lange Armut, konstitutionelle Träg-heit, Ableitung auf andere Interessengebiete, Gleichgültigkeit des Gefühlsgegen den theoretisch anerkannten Nutzen, eingesehene Unmöglichkeitdes Erlangens und andere positive und negative Momente dem entgegen-wirken. Andrerseits werden mancherlei Dinge von uns begehrt und alsowirtschaftlich gewertet, die man ohne willkürliche Dehnung des Sprach-gebrauchs nicht als nützlich oder brauchbar bezeichnen kann: will manaber diese zulassend alles wirtschaftlich Begehrte unter den Begriff derBrauchbarkeit bringen, so ist es dennoch logisch erforderlich — da andrerseitsnicht alles Brauchbare auch begehrt wird — als das definitiv entscheidendeMoment für die wirtschaftliche Bewegung die Begehrtheit der Ob-jekte anzusetzen. Aber dasselbe ist selbst nach dieser Korrektur keines-wegs ein absolutes, der Relativität der Wertung sich entziehendes. Eskommt nämlich erstens, wie wir früher gesehen haben, das Begehrenselbst nicht zu bewufster Bestimmtheit, wenn sich nicht Hemmnisse,Schwierigkeiten, Opfer zwischen das Objekt und das Subjekt stellen: wirbegehren erst wirklich, wo der Genufs des Gegenstandes sich an Zwischen-instanzen milst, wo mindestens der Preis der Geduld, des Aufgebensanderen Strebens oder Genielsens uns den Gegenstand in die Distanzrücken, deren Überwindenwollen das Begehren seiner ist. Sein wirt-schaftlicher Wert nun, zweitens, der sich auf Grund seiner Begehrtheiterhebt, kann als Steigerung oder Sublimierung der schon im Begehrengelegenen Relativität gelten. Denn zum praktischen, d. h. in die Be-wegung der Wirtschaft eingehenden Werte wird der begehrte Gegen-stand nur dadurch, dafs seine Begehrtheit mit der eines anderen ver-glichen wird und dadurch überhaupt ein Mals gewinnt. Erst wenn ein