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Geldpreis festgesetzt, während der Käufer ihn zahlen darf, in quopotuerit. An vielen Stellen Afrikas wird heute der Güteraustausch nacheiner, manchmal recht komplizierten, Geld-Valuta vollzogen, aber dasGeld selbst ist meistens nicht vorhanden. Die Geschäfte der aufser-ordentlich wichtigen Genueser Wechselmessen des 16. Jahrhundertswurden nach der Werteinheit des Markenskudo (scudo de’ marchi) ab-gewickelt. Diese war in keiner existierenden Münze ausgedrückt, warvielmehr rein imaginär: 100 Skudi galten soviel wie 99 der bestenGoldskudi. Alle Verpflichtungen waren auf Markenskudi gestellt, wo-durch die Mefswährung, eben wegen ihrer Idealität, eine vollkommenfeste, aller Schwankung und Zerfahrenheit der Prägungen entzogenewar. Auch die indische Kompagnie hat, um der Verschlechterung, demVerschleifs und der Fälschung der indischen Münze zu begegnen, denrupee current eingeführt: eine überhaupt nicht geprägte Münze, dieeinem gewissen Quantum Silber entsprach und nur den Mafsstab bildete,an dem der Wert der wirklichen, deteriorierten Münzen festgestelltwurde. Diese gewannen nun durch ein solches festes ideelles Mals auchfür sich einen festen relativen Wert. Damit war fast schon der Zustanderreicht, den ein Theoretiker von Anfang des 19. Jahrhunderts vorAugen hat. Indem er alles gemünzte oder in anderer Form den Ver-kehr vermittelnde Geld für eine Anweisung auf tauschbare Güter er-klärt, kommt er schlielslich zu einer Negation aller Realität des Geldes:er stellt dem Gelde im eigentlichen Sinne die Münze gegenüber underklärt nur die letztere für jene »Anweisung«, die nach dem Geldberechnet wäre, während das Geld selbst nur der ideale Mafsstabfür alle Vermögenswerte wäre. Hier ist also das Prinzip des Marken-skudo zu einer allgemeinen Theorie geworden, das Geld ist so sehr zueiner reinen Form und Verhältnisbegriff idealisiert, dals es überhauptmit keiner greifbaren Wirklichkeit mehr identisch ist, sondern zu diesersich nur noch verhält, wie das abstrakte Gesetz zu einem empirischenFall. In den oben angeführten Vorkommnissen hat die Funktion desWertmessers sich von dem substanziellen Träger gelöst: die Rechen-münze tritt wie in einen absichtlichen Gegensatz zu der Metallmünze,um ihre Stellung jenseits dieser festzulegen. In der hier fraglichenBeziehung tut das ideale Geld dieselben Dienste wie das gute Geld,denn auch dieses ist hier eben gutes nur wegen seiner Funktion: derSicherheit derWertabmessungen, die sich mit Hülfe seinervollziehen.
Dies führt nun weiter auf die Vertretung des Geldwertes durchÄquivalente, insoweit diese die Mobilisierung der Werte als einen