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Gott ihn nicht unmittelbar und mit Übergehung jener wertlosen undhemmenden Zwischenstadien sollte herbeigeführt haben; denn er bedarfdoch nicht der technischen Mittel, wie wir, die wir der selbständigenWelt mit sehr beschränkten, auf Kompromisse mit ihren Hemmungenund auf Allmählichkeit des Durchsetzens angewiesenen Kräften gegen-überstehen. Oder anders ausgedrückt: für Gott kann es keinen Zweckgeben, weil es für ihn keine Mittel gibt.
Aus dieser Gegenüberstellung wird die eigentliche Bedeutung desoben Betonten ersichtlich, dafs der Zweckprozess eine Wechselwirkungzwischen dem persönlich wollenden Ich und der ihm äufseren Natur be-deutet. Der Mechanismus, der zwischen dem Willen und seiner Be-friedigung steht, ist einerseits Verbindung, andrerseits aber auch Trennungbeider. Er bedeutet die Unmöglichkeit für den Willen, aus sich selbstheraus zu seiner Befriedigung zu gelangen, er stellt die Hemmung dar,die er überwindet. Zweckmäfsigkeit ist also ihrem Wesen nach einrelativer Begriff, weil sie immer das an sich Zweckfremde voraussetzt,in dessen Umformung sie besteht. Wenn es dieser letzteren nicht be-dürfte , der Wille vielmehr als solcher schon seine Erfüllung in sichtrüge, so käme es gar nicht zu einer Zwecksetzung. Das eigene Tun,in das der zweckbestimmte Wille sich fortsetzt, ist der erste Fall, andem wir dieses Doppelcharakters des Mittels inne werden: an ihmfühlen wir ganz nahe den Widerstand des aufserseelischen Seins unserselbst und die dirigierende Energie, die ihn überwindet — eines amanderen bewufstwerdend und sein spezifisches Wesen gewinnend. Wennnun das Tun den äufseren Gegenstand des Zweckes nicht unmittelbarerzeugen kann, sondern dazu erst ein anderes äufseres Ereignis einleitenmufs, das seinerseits das erwünschte Resultat bewirkt, so ist das da-zwischengeschobene Geschehen unserem eigenen Handeln hier wesens-gleich: beides ist gleichmäfsig Mechanismus, aber beides auch gleich-mäfsig vom Geist zum Geiste führender Mechanismus; beides setzt sichkontinuierlich an einander an, um die Kurve zu bilden, deren Anfangs-und Endpunkte in der Seele liegen; die durchschnittliche Gliederzahldieser Kurve innerhalb eines bestimmten Lebensstiles zeigt nun dieKenntnis und Beherrschung der Natur wie die Weite und Verfeinerungder Lebensführung an. Und hier setzen die gesellschaftlichen Kom-plikationen an, die in der Schaffung des Geldes gipfeln.
Zunächst ist folgender Zusammenhang klar. Wenn ein Zweck Derreicht und dazu eine Kette mechanischer Vorgänge ABC produziertwerden soll, derart, dafs B durch A, C durch B und D erst durch Cveranlafst wird, so ist diese in ihrem Inhalt und ihrer Richtung durch D