In ihm hat sich der Geist das Gebilde der gröfsten Spannweite ge-schaffen, das, gleichsam als reine Energie wirkend, die Pole jenes um soweiter auseinander treibt, je einheitlicher — d. h., als Ijlofses Geld, jedeSonderbestimmtheit ablehnend — es sich selbst darstellt.
Es ist nun für die Herrschaft, die das Geld über die allgemeineDenkart gewonnen hat, sehr bezeichnend, dafs man eine Reihe vonErscheinungen als Geiz —• im Sinne des Geldgeizes — zu bezeichnenpflegt, die in Wirklichkeit das genaue Gegenteil desselben sind. Eshandelt sich um die Menschen, die ein abgebranntes Streichholz noch-mals benutzen, leere Briefseiten sorgfältig abreifsen, kein Stückchen Bind-faden wegwerfen und auf jede verlorene Stecknadel eine Mühe desSuchens verwenden. Man nennt solche Personen geizig, weil man sichgewöhnt hat, den Geldpreis der Dinge ganz unbefangen als ihren Wertanzusehen. Tatsächlich aber denken sie nicht an den Geldwert jenerObjekte, die Stärke ihres Gefühls gilt gerade dem sachlichen Wertderselben, auf den ihr Geldwert gar keine irgend proportionierte Hin-weisung gibt. Wenigstens in sehr vielen Fällen sind es durchaus nichtdie Bruchteile eines Pfennigs, um deren Rettung es sich für jene Spar-samen handelt; gerade sie sind von der Rücksicht auf das Geld, durchdas die Objekte ohne weiteres wieder beschaffbar sind, oft genug un-abhängig und werten eben blofs die Sache selbst. In diese Kategoriegehören auch die sonderbaren, aber nicht allzu seltenen Menschen, dieohne Bedenken hundert Mark, aber nur mit wahrer Selbstüberwindungeinen Bogen Papier aus ihrem Schreibvorrat oder Ähnliches verschenken.Hier liegt also das direkte Gegenteil des Geizes vor: dem Geizigen sinddie Dinge gerade gleichgültig — aufser insoweit sie Geldwert dar-stellen —, weil das Geld sie ihres Endzweckcharakters beraubt hat,während das Verhalten jener ganz sinnlos wäre, wenn es durch denGeldwert der Dinge bestimmt wäre; freilich kann es durch das völligeAufserachtlassen desselben auch wieder unvernünftig werden. Sie ver-gessen über den Zweck das Mittel, das ihn jederzeit wieder erreichbarmacht, während der Geizige über das Mittel den Zweck vergilst, derjenem allein Bedeutung gibt. Es begegnen ferner Erscheinungen, die,in der äufseren Form mit jenen sachlichen Sparsamkeiten überein-stimmend, durch ihre innere Diskrepanz gegen sie den teleologischenCharakter des Geldes weiter klären helfen. Viele »sparsame« Menschenhalten darauf, dafs alles, was einmal bezahlt ist, auch konsumiert werde.Und zwar keineswegs nur dann, wenn damit eine anderenfalls erforder-liche Ausgabe erspart würde; sondern Luxusgenüssen gegenüber, vondenen man sich inzwischen überzeugt hat, dafs sie keine Genüsse sind;