kann, würden alle jene Leidgefühle schwinden, um derentwillen man heute,wo das Äufserliche und blofs Zweckmäfsige der sozialen Hierarchie dochnoch mit dem Persönlich-Subjektiven des Individuums allzueng assoziiertist, nach einer Beseitigung jener Hierarchie überhaupt rufen kann. Manwürde durch diese Objektivierung des Leistens und seiner organisatorischenBedingungen alle technischen Vorteile der letzteren behalten und ihreBenachteiligungen der Subjektivität und Freiheit vermeiden, auf die sichheute der Anarchismus und teilweise der Sozialismus gründet. Das aberist die Richtung der Kultur, die, wie wir oben sahen, die Geldwirtschaftanbahnt. Die Trennung des Arbeiters von seinem Arbeitsmittel, die alsBesitzfrage für den Knotenpunkt des sozialen Elends gilt, würde sich ineinem anderen Sinne gerade als eine Erlösung zeigen: wenn sie diepersonale Differenzierung des Arbeiters als Menschen von den rein sach-lichen Bedingungen bedeutete, in die die Technik der Produktion ihnstellt. So würde das Geld eine jener nicht seltenen Entwicklungen voll-ziehen, in denen die Bedeutung eines Elementes direkt in ihr Gegenteilumschlägt, sobald sie aus ihrer ursprünglichen beschränkten Wirksamkeitsich zu einer durchgehenden, konsequenten, überall hindringenden entfaltethat. Indem das Geld gleichsam einen Keil zwischen die Person und dieSache treibt, zerreifst es zunächst wohltätige und stützende Verbindungen,leitet aber doch jene Verselbständigung beider gegeneinander ein, in derjedes von beiden seine volle, befriedigende, von dem andern ungestörteEntwicklung finden kann.
Wo die Arbeitsverfassung, bezw. das allgemeine soziale Verhältnisaus der personalen in die sachliche Form — und, parallel damit, ausder naturalwirtschaftlichen in die geldwirtschaftliche — übergeht, findenwir zunächst oder partiell eine Verschlechterung in der Stellung desUntergeordneten. Die Entlohnung des Arbeiters in Naturalien hat, gegen-über dem Geldlohn, neben all ihren Gefahren sicher manche Vorteile.Denn die Geldleistung bezahlt ihre gröfsere äufsere Bestimmtheit, so-zusagen ihre logische Präzision, mit der gröfseren Unsicherheit ihresschliefslichen Wertquantums. Brot und Wohnung haben für den Arbeitereinen, man möchte sagen, absoluten Wert, der als solcher zu allen Zeitenderselbe ist; die Wertschwankungen, denen nichts Empirisches sich ent-ziehen kann, fallen hier dem Arbeitgeber zur Last, der sie dadurch fürden Arbeiter ausgleicht. Der gleiche Geldlohn dagegen kann heuteetwas völlig anderes bedeuten als vor einem Jahre, er verteilt die Chancender Schwankungen zwischen Geber und Empfänger. Allein diese Un-sicherheit und Ungleichmäfsigkeit, die oft genug recht empfindlich seinmag, ist doch das unvermeidliche Korrelat der Freiheit. Die Art, auf