Betriebes, äulsert konservativ ist: da nun einmal individuelles Eigentumbesteht, so hält er an demselben ebenso fest, wie er vor Jahrhundertenan der gemeinen Mark, ja noch vor viel kürzerer Zeit wenigstens an derGemengelage festgehalten hat. Auch hat der moderne Sozialismus einHauptmotiv, das jener alten Kollektivität des Grundbesitzes als etwasvöllig Heterogenes gegenübersteht und ihn der innersten Lebensrichtungdes Landwirts völlig entfremdet: die restlose Beherrschung der Produktiondurch den Verstand, den Willen, die organisierende Berechnung desMenschen. Die Verfassung der Fabrik und die Konstruktion derMaschine stellt dem Industriearbeiter täglich vor Augen, dafs zweck-mäfsige Bewegungen und Wirkungen mit absoluter Zuverlässigkeit zustandegebracht, persönliche und aus dem Innern der Dinge hervorbrechendeStörungen völlig vermieden werden können. Diese Erreichung derZwecke vermöge eines durchsichtigen und dirigierbaren Mechanismusarbeitet einem sozialen Ideal vor, das die Gesamtheit mit dem souveränenRationalismus der Maschine, unter Ausschaltung aller privaten Impulse,organisieren will. Dagegen sind die Arbeit des Bauern und ihre Erfolgevon ebenso unbeeinflufsbaren wie unberechenbaren Kräften abhängig,seine Gedanken gehen auf die Gunst eines nicht zu rationalisierendenFaktors und auf das jeweilige Ausnutzen irregulärer Bedingungen. Sobilden sich seine Ideale dem sozialistischen entgegengesetzt, das nichtdie Gunst, sondern das Ausschalten aller Zufälligkeit und eine Organi-sation der Lebenselemente anstrebt, die, was bei den bäuerlichen Interessengamicht in Frage kommt, jedes derselben berechenbar macht. Jeneabsolute Beherrschung der Gesamtproduktion durch Verstand und Willenist technisch freilich nur bei absoluter Zentralisierung der Produktions-mittel — in der Hand der »Gesellschaft« — möglich, aber es liegt aufder Hand, wie weit die alte naturalwirtschaftliche Kollektivität in ihremKern und Sinn von dieser sozialistischen absteht, deren Idee sich deshalbauch gerade über der geldwirtschaftlichsten und mobilisiertesten Eigentums-gestaltung erheben konnte — so sehr, wie ich oben erwähnte, jenerprimitive Kommunismus als Instinkt und nebelhaftes Ideal zu den Trieb-kräften des Sozialismus beisteuern mag.
Historisch besteht jedenfalls die Korrelation zwischen Naturalwirtschaftund Kollektivität, der auf der anderen Seite die zwischen Mobilisierungdes Besitzes und Individualisierung desselben entspricht. Deshalb trägt,in enger Beziehung zu seinem Charakter als Kollektivgut, der Bodenauch einen besonderen Charakter als Erbgut. Wenn wir die Familien-verfassungen in ihren wirtschaftlichen Gestaltungen verfolgen, so sehenwir oft, dafs der Unterschied des Erbgutes gegen das selbsterworbene