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jg 10000 for the seals was not likely to forfeit them for the sake of apetty malversation which many rivals would be read}’ to detect. Wennich die Heimlichkeit der Bestechung oben als eine Schutzvorrichtung fürdas Subjekt bezeichnete, so ist, genau entsprechend, ihre Öffentlichkeiteine solche für die öffentlichen Interessen. Dies ist das Korrektiv, durchdas diese gigantischen Korruptionen gewissermafsen legitim waren —sie liefsen sich eben nicht verbergen und so konnte man sich sozusagenmit ihnen einrichten. Darum sind Bestechungen auch in einfachenVerhältnissen leichter erträglich. Von Aristides wird als etwas fastUnerhörtes hervorgehoben, dafs er trotz seiner vielen diskretionärenGewalten arm gestorben ist. In den kleinen antiken Stadtstaaten er-schütterte die Unehrlichkeit Einzelner noch nicht die Fundamente desGanzen, weil sie nur zu einem sehr kleinen Teil geldwirtschaftliche undweil die Verhältnisse durchsichtig und unkompliziert -waren, so dafs sieleicht wieder ins Gleichgewicht zu bringen waren. Darum hat manmit Recht gesagt, dafs sich das Schicksal Athens jeden Tag auf derPnyx entschied. Bei den modernen hoch zusammengesetzten Verhältnissendes öffentlichen Lebens mit seinen tausend unterirdischen, überall hinausstrahlenden, wesentlich geldwirtschaftlichen Kräften wirkt Beamten-bestechlichkeit sehr viel verderblicher.
In allem hier Erörterten handelte es sich um den Verkauf vonWerten, die zwar personaler, aber doch nicht subjektiver Natur sind,durch deren Bewahrung die Persönlichkeit — im Gegensatz zu denWerten subjektiven Geniefsens — einen objektiven Wert an sich selbstempfindet. Dafs der Komplex der Lebenskräfte, den man in die Ehehineingibt, dabei der Richtung des eigenen Instinktes folge; dafs dieFrau sich nur da ganz hingebe, wo der Mann dies mit gleichwertigenEmpfindungen erwidert; dafs Worte und Taten der folgsame Ausdruckvon Überzeugungen und Verpflichtungen sind — dies alles bedeutet nichtsowohl einen Wert, den wir haben, als einen, der wir sind. Indem manalles dies für Geld aufgibt, hat man sein Sein gegen ein Haben aus-getauscht. Gewifs sind beide Begriffe aufeinander zurückführbar. Dennalle Inhalte unseres Seins bieten sich uns als Besitz jenes an sich ganzinhaltlosen, rein formalen Zentrums in uns, das wir als unser gleichsampunktuelles Ich und als das habende Subjekt, gegenüber all seinenQualitäten, Interessen, Gefühlen, als gehabten Objekten, empfinden; undandrerseits ist Besitz, wie wir sahen, ein Ausdehnen unserer Machtsphäre,ein Verfügenkönnen über Objekte, die eben damit in den Umkreis unseresIch hineingezogen werden. Das Ich, unser Wollen und Fühlen, setztsich in die Dinge hinein fort, die es besitzt: von der einen Seite gesehen