und Geschicklichkeiten, die sich bei einseitiger Tätigkeit einstellt, pflegtfür die einheitliche Gesamtpersönlichkeit wenig Nutzen abzuwerfen: sieläfst diese sogar vielfach verkümmern, indem sie ihr ein für die harmonischeGestaltung des Ich unentbehrliches Kraftquantum entsaugt, oder sie ent-wickelt sich in andern Fällen wenigstens wie in Abschnürung von demKern der Persönlichkeit, als eine Provinz mit uneingeschränkter Autonomie,deren Erträge nicht der Zentralstelle zufliefsen. Die Erfahrung scheintzu zeigen, dafs die innere Ganzheit des Ich sich im wesentlichen inWechselwirkung mit der Geschlossenheit und Abrundung der Lebens-aufgabe herstellt.
Wie uns die Einheit eines Objekts überhaupt so zustande kommt,dafs wir die Art, wie wir unser »Ich« fühlen, in das Objekt hineintragen,es nach unserem Bilde formen, in welchem die Vielheit der Bestimmungenzu der Einheit des »Ich« zusammen wächst — so wirkt, im psychologisch-praktischen Sinne, die Einheit des Objekts, das wir schaffen, und ihrMangel auf die entsprechende Formung unserer Persönlichkeit. Wounsere Kraft nicht ein Ganzes hervorbringt, an dem sie sich nach derihr eigentümlichen Einheit ausleben kann, da fehlt es an der eigentlichenBeziehung zwischen beiden, die inneren Tendenzen der Leistung ziehensie zu den anderweitigen, mit ihr erst eine Totalität bildenden LeistungenAnderer, auf den Produzenten aber weist sie nicht zurück. Infolgesolcher, bei grofser Spezialisierung eintretenden Inadäquatheit zwischender Existenzform des Arbeiters und der seines Produktes löst sich dasletztere besonders leicht und gründlich von dem ersteren ab, sein Sinnströmt ihm nicht von dessen Seele zu, sondern von seinem Zusammen-hang mit anderswoher stammenden Produkten, es fehlt ihm wegen seinesfragmentarischen Charakters das Wesen der Seelenhaftigkeit, das sonstdem Arbeitsprodukt, sobald es ganz als Werk eines Menschen erscheint,so leicht angefühlt wird. So kann es seine Bedeutsamkeit weder alsSpiegelung einer Subjektivität noch in dem Reflex suchen, den es alsAusdruck der schaffenden Seele in diese zurückwirft, sondern kann sieausschliefslich als objektive Leistung, in seiner Wendung vom Subjektweg, finden. Dieser Zusammenhang zeigt sich nicht minder an seinemäufsersten Gegensatz, dem Kunstwerk. Dessen Wesen widerstrebt völligjener Aufteilung der Arbeit an eine Mehrzahl von Arbeitern, deren keinerfür sich ein Ganzes leistet. Das Kunstwerk ist unter allem Menschen-werk die geschlossenste Einheit, die sich selbst genügendste Totalität —selbst den Staat nicht ausgenommen. Denn so sehr dieser, unter be-sonderen Umständen, mit sich selbst auskommen mag, so saugt er dochseine Elemente nicht so vollständig in sich ein, dafs nicht ein jedes noch