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Einleitung
solchen oder Bewußtseinsinhalte, die mit ihnen erfüllt sind,unterscheiden, können wir (in verschiedenem Sinn) von einem„bestimmten Geiste des Wirtschaftslebens" reden, ohne damiteinstweilen eine bestimmte empirische Gestaltung zu bezeichnen.Wollen wir nun behaupten, daß ein bestimmter Geist „geherrscht"oder „vorgeherrscht" habe, so stellen wir die Beziehungen zwischenihm und lebendigen Menschen fest: wir fällen ein Arteil überseine „Verbreitung" in der Wirklichkeit, genau gesprochen:über seine „Verbreitung" und seine „Vertiefung" oder (andersausgedrückt) über den Grad seiner extensiven und intensivenEntwicklung.
Diese hängt ab von der größeren oder geringeren An-näherung der einzelnen Züge des wirtschaftlichen Geistes imIndividuum an ihre ideelle Vollkommenheit einerseits, von dergrößeren oder geringeren Häufung einzelner zu einem Gesamtgeistgehörigen Züge andrerseits. Also: der ökonomische Rationalismuskann mehr oder wenig vollendet in einem Wirtschaftssubjektesein, er kann sich mit einem mehr oder wenig stark entwickeltenGewinnstreben paaren oder nicht, damit kann wiederum einerigorose oder laxe Auffassung von kaufmännischer Soliditätverbunden sein usw.
Die extensive Entwicklung eines bestimmten wirtschaftlichenGeistes stellt sich dar in der Menge von Individuen, die je-weils von ihm erfüllt sind: ein bestimmter Geist kann eine sehrhohe Intensität der Entwicklung in einzelnen Wirtschafts-subjekten aufweisen, ohne daß er eine sehr weite Verbreitunggefunden hat, umgekehrt können viele abgeblaßte Züge eineswirtschaftlichen Gesamtgeistes oder einige wenige stark ent-wickelte Züge in einer großen Menge von Individuen zu findensein.
Ein bestimmter Geist „herrscht" zu einer Zeit dann, wenner überhaupt eine weite Verbreitung hat, er herrscht vor,