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Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
Sie beginnt dann mit einem Loblied auf das Gold undfährt fort:
„Ich wil ja nicht das Lob des rothen Goldes singen.
Nein, nein, mein eignes Lob, die lüsterne Begier
Des Goldes zeiget sich in ihrem Schmucke hier.
Ich darf deswegen nicht erst meinen Kopfs zerbrechen,
And viele Prahlerei von meinem Gelde sprechen,
Es wird schon ohnedem gesucht mit aller Macht
And mehr als Tugend, Ehr' und als Verstand geacht'
Ihr pfleget es weit mehr als Künste zu erheben.
Mehr als Gesundheit, mehr als alles Äeyl und Leben."
(V. 145—153.)
Sie beschwert sich angesichts dessen darüber, daß man sie— die Geldsucht — nicht selber preist:
„Das beste so an Euch, das Kertze ist ja mein.So sollten billig auch die Lippen meine seyn."
(V. 158/59.)
Sie unternimmt es deshalb, alle die guten Taten aufzuzählen,die sie für die Menschen tut. Es sind folgende (die inMarginalien vermerkt sind):
„Die Geldsucht ist eine Urheberin der menschlichen Gesell-schaft;
Macht Ehebündnisse;
Macht Freundschafft und Bündnisse;
Errichtet Staaten und Städte;
Sie erhält sie auch im Stande;
Verschafft Ehre und Achtbarbkeit —
. . . Freude und Ergetzlichkeit;
Sie befördert Künste und Wissenschaften
. . . Den Kauffhandel,
. . . Die Alchymie, Geldmacherey,
... Die Artzneykunst":
„Die brüderliche Lieb ist es bey weitem nicht.
Die einem Kranken Äülff und guten Rath verspricht.