Druckschrift 
Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
Seite
42
Einzelbild herunterladen
 

Erster Abschnitt: Der Anrernehmungsgeist

Sie hatdie Erdbeschreybung vollkommener gemacht,

Künste ausgebreitet und rohe Völker höflich gemacht,

die Sprachen gemein gemacht,

Völker versammelt,

viele Fabeln verworfen,

regieret alle Staatsgeschäfte":Warum doch gehet Ihr so offt im großen Naht?Ists nicht um den Gewinn und Einkunft von dem Staat?Am Eure Cämmercy des Reiches reich zu machen?Man mag Wohl manches mahl auch andre guten SachenDie auf das Stats-Tapet weitläuffug ausgestreuetBehülff- und nützlich sein mit Recht und Billigkeit;Die aber vom Profit und Nutzen hergenommen.Die sind es, die euch recht an euer Äertze kommen."

(V. 1968-1975.)

. . . Der frome AristidVcrwarff gleich einen Raht, dadurch ihm einer ricthWas ihm mehr Fortheilhafft als Recht und Billig schiene:Keut aber machet man weit eine andre Miene,And was verhel' ich's auch? Das Lock-Aas von ProfitIsts Auge, wodurch man in's Stats-Gcheimnis sieht."

(V. 1984-1989.)

Die Geldsuchtgeht mit alten und klugen Leuten um:die Geldsucht rühmt sich eine Beförderin der Tugenden zu sein;sie befördert die Nahrung und Handwerker,beschweret sich über die Vielheit der Studierenden":Es sein die Geistlichen, es sein die Rechts-Gelahrten,Man weiß bey jedem Amt das Spiel also zu karten.Wer dem Patrone bringt ein Bcutelgen voll Geld,Der wird vor allem gleich zu solchem Dienst bestellt.Ein Dienst, womit man eh die Tugenden vergölte.Auch billig noch der Lohn der Tugenden sein solte.Der wird in mancher Stadt wohl öffentlich verkaufstAnd einer vor das Geld zum Küster umgetaufft."

(V. 22692276.)