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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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Viertes Kapitel: Allerhand Mittel zur Geld-beschaffung

Es wäre eine kindliche Auffassung, wenn man glaubenwürde, die Goldgier und die Geldsucht hätten nun unmittelbarauf das Wirtschaftsleben in der Weise eingewirkt, daß sie aussich den kapitalistischen Geist und die kapitalistische Unternehmunggeboren hätten. So rasch und so einfach hat sich die Genesisunseres modernen Wirtschaftssystems und insbesondere dermodernen Wirtschaftsgesinnung nicht vollzogen.

Zunächst übte wohl die zunehmende Gewinnsucht auf dasWirtschaftsleben überhaupt keinen Einfluß aus. Man suchtesich in den Besitz von Gold und Geld zu setzen außerhalb derBahnen normaler wirtschaftlicher Tätigkeit; ja oft genug unterHintansetzung und Vernachlässigung seiner Wirtschaft. Dernaive Mensch dachte gar nicht daran, wenn er Bauer oderSchuster, und selbst nicht ohne weiteres, wenn er Kaufmannwar, daß ihm diese seine AUtagstätigkeit dazu dienen könne,Reichtümer und Schätze zu erwerben.

Ein Mann wie Alb erti, der mitten im Geschäftsleben standund sicher schon vom kapitalistischen Geiste durchdrungen war,führt neben der Großkaufmannschaft als Quellen des Geld-erwerbs folgende an^°):

1. das Schatzsuchen,

2. das Erbschleichen,

von denen er sagt, daß ihnennicht wenige" ergeben seien;

3. das Kliententum:sich lieb Kind bei reichen Bürgernmachen, bloß in der Hoffnung, einen Anteil an dem Reichtumzu bekommen";

4. den Wucher (die Geldleihe);

5. die Vermietung von Äerden, Zugtieren usw.