46
Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
Verwandt mit ihr war
2. der Ämterkauf, der nichts anderes bedeutete, als eineArt von Rentenkauf: die Verauslagung einer Stammsumme,um dafür das Recht auf Sporteln und Gefalle zu erlangen, diemit einem Amte verbunden waren. Zuweilen freilich war daserkaufte Amt auch der Schlund, in dem ein Vermögen versank,wenn die Einkünfte nicht die erhoffte Äöhe erreichten.
3. Die von Alberti erwähnte Klientel ei, die sich begegnetmit einem Lakaientum, wie es namentlich im 17. und 18. Jahr-hundert beliebt war: indem ganz arme Leute in den Dienstreicher Männer treten, um diesen Dienst nach ein paar Iahrenoft genug schwerreich zu verlassen.
4. rechne ich hierher das Staatsrentnertum, das seitdem 17. Jahrhundert einen immer größeren Amfang annimmt.
Alle, die eine dieser Erwerbsarten wählen, tragen nicht zurEntwicklung des kapitalistischen Geistes bei (wenn wir alssolchen immer den „Geist" des kapitalistischen Unternehmersansehen), den sie viel eher (wie wir noch sehen werden) ab-zutöten und in seiner Entwicklung aufzuhalten geeignet sind.
Deshalb scheide ich auch aus meiner Darstellung die „Hautekinance" alten Stils aus, wie sie sich namentlich in Frank-reich und England während des 17. und 18. Jahrhunderts ent-wickelt hatte. Das waren die ganz reichen Leute, meist bürger-licher Herkunft, die sich als Steuerpächter oder Staatsgläubigerbereichert hatten und nun als Fettaugen auf der Suppeschwammen, dem Wirtschaftsleben aber ferne standen. Es sinddie i^ermiers Zeneraux, die Partisans, die l'rsitans in Frank-reich (wo sie den Spitznamen Turcarets bekamen nach einerKomödie des Le Sage aus dem Jahre 1709, in der das Empor-kommen eines früheren Lakaien namens Turcarer geschildertwird: Turcaret ist „le iinancier ciont I'espnt et I'e6ucationne sont pas ü Is kauteur 6e ss tortune"); es sind die Ltoclc-