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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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Siebentes Kapitel: Die Grundtypen d. kapitalistischen Unternehmertums gZ

rüchtigten Bukanier oder Flibustier, die namentlich in denGewässern der spanischen Kolonien, bei Iamaica, Kaiti usw.ihr Geschäft betrieben").

Die Seeräubernationen par excellence im 16. und 17. Jahr-hundert sind aber England und die Neuenglandstaaten inAmerika .

Am die Mitte des 16. Jahrhunderts wimmelte es vonenglischen Seeräubern an den Küsten Englands und Schott-lands. Nach einem Berichte des Sir Thomas Chaloner warenim Sommer 1563 über 4vl) Seeräuber im Kanal, die in wenigenMonaten 670V französische Schiffe gekapert hatten^). Manerinnert sich der gräßlichen Schilderungen, die Erasmus inseinem Naufragium von den Gefahren der Seeräuberei imKanal entwirft. Die englischen Geschichtsschreiber führen dieseplötzliche Ausdehnung der Piraterei auf die Marianischen Ver-folgungen zurück. Damals hätte eine Menge der bestenFamilien sich als Seeräuber betätigt, und ihre Scharen seien,vermehrt durch beschäftigungslose Fischer, auch nach demRegierungsantritt der Elisabeth zusammengeblieben.Fast jederGentleman an der Westküste war an diesem Geschäft beteiligt,"meint der vorsichtig urteilende Campbell.An diesem Ge-schäft" (in tne Kusinen): das ist der richtige Ausdruck; dennder Betrieb der Seeräuberei war ein geschäftsmäßig wohl-geordneter. Die Schiffe der Piraten wurden von wohlhabendenLeuten ausgerüstet, die manZentlemen Aäventurei-8" nannte,und hinter denen dann oft noch andere standen, die ihnen dieMittel gegen hohe Zinsen vorschössen. Zum Teil war selbstder hohe Adel bei solchen Unternehmungen beteiligt. Zur Zeitder Königin Mary von Schottland sehen wir den Earl ofBothwell zur Zeit der Stuarts den Earl of Derby undandere Royalisten^) zahlreiche Seeräuber ausrüsten.

Gelehrige Schülerinnen des Mutterlandes sind dann die