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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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Siebentes Kapitel: DieGrundtypend.kapitalistischen Unternehmertums m

Bürgergeist über den »8outnein Gentleman«. Erst damalsendigte der Versuch,inmitten einer Gemeinschaft von Farmernund Kaufleuten, von Gewerbetreibenden und rechtlich freienLohnarbeitern ein Plantagensystem von Grandseigneurs und ihrenkleinen Nachahmern auf Zwang und .Herkommen aufzubauen" ^°«-).

3. Die Staatsbeamten

Man könnte auf den Gedanken kommen, den ganzen modernenStaat als riesige kapitalistische Anternehmung aufzufassen, seitsich sein Streben mehr und mehr auf denErwerb", das heißtgenau gesprochen, auf die Beschaffung von Gold und Geldrichtet. And das ist wohl der Fall, seit die Entdeckungen undEroberungen der Spanier den Sinn der Fürsten geweckt hatten,zumal seit Indien in ihren Gesichtskreis getreten war und nunalles Trachten, wenigstens der seebefahrenen Staaten, auf dieErlangung eines Anteils an der Beute gerichtet war.

Aber auch, wenn man an gar keinen Eroberungszug nachdem Goldlande dachte, so dachte man doch sicher zuerst undzuletzt immer wieder an das eine: wie man Geld sich verschaffenkönne: sei es zu unmittelbarer Verwendung für Staatszwecke,sei es als Beförderer der Volkswirtschaft. Wenn Colbertden Sinn aller merkantilistischen Politik in dem Satze zusammen-faßte:Ich glaube: darüber wird man sich leicht einigen können,daß es nichts anderes als die Geldmenge in einem Staate ist,die den Grad seiner Größe und seine Macht bestimmt'^)", sokönnte das ebenso gut als oberster Grundsatz jeder kapitalistischen Anternehmung aufgestellt werden, wenn man nur statt Geld-menge: Größe des Profits setzen will.

Aber daran denke ich nicht, wenn ich hier die Staatsbeamtenals einen der frühen Anternehmertypen aufzähle.

Auch an die Politik denke ich nicht, die in der Verfolgungjenes obersten Zieles die modernen Staaten betrieben haben.