178 Dritter Abschnitt : Die nationale Entfaltung d. kapitalistischen Geistes
ganz einwandfreie Finanzoperation zusammenbrachte, verwendeteer dann, um den ganzen Äof zu seinem Schuldner und damitzuletzt zu seinem Feinde zu machen. Sein Ende ist bekannt:wegen Hochverrats, Münzfälschung usw. angeklagt, wird er ge-fangen, seiner Güter beraubt und verbannt.
Eine ganz verwandte Erscheinung ist im Zeitalter Ludwigs XIV. der große Fouquet.
And diese abenteuerlichen Spekulanten ganz großen Kalibers,neben denen zahlreiche kleine in ähnlichem Geiste ihr Gewerbetreiben, sind bis auf unsere Tage: bis zu den Lesseps undBoncourt , den Rochefort und Kumberts und Deperdussins eineEigenheit Frankreichs geblieben! Die Saccards!
Ein wenig hart, aber doch im Grunde treffend, hat schonMontaigne diese etwas „windige" Art des Unternehmertumsseiner Landsleute charakterisiert, wenn er einmal von ihnensagt: „Ich fürchte, unsere Augen sind größer als unser Magen;und wir haben (bei der Erwerbung eines neuen Landes) mehrNeugierde als Ausdauer: wir umarmen alles, aber wir be-halten nichts in den Armen als Wind" ^).
Es ist kein Widerspruch, wenn wir gleichzeitig in Frankreich seit Colberts Zeiten bis heute bewegliche Klagen vernehmenüber den „mangelnden Unternehmungsgeist" des französischenGeschäftsmannes. Diese Klagen beziehen sich offenbar auf diegroße Masse der mittleren Kaufleute und Industriellen und be-ziehen sich auf „solide", wenn auch weiter ausschauende Unter-nehmungen. „Unsere Kaufleute", jammert Colbert, „habenkeine Initiative, um sich in Dinge einzulassen, die ihnen un-bekannt sind" ^°). Welche Not hatte dieser im wahrsten Sinne„unternehmende" Staatsmann, um die Indolenz seiner Lands-leute zu überwinden, wenn es sich z. B. um die Gründung einerüberseeischen Kompagnie wie der LompaZnie 6e8 Inäeg onentaleghandelte! Da werden Konferenzen über Konferenzen (vom