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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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Vierter Abschnitt: Der Bourgeois einst und jetzt

dafür erbringen, daß alles noch in statischen, und wenn manwill, traditionalistischen Anschauungen befangen war. Wirmüssen immer bedenken, daß der Verfasser des berühmtenKaufmannsbuches ein durchaus fortgeschrittener Geschäftsmannwar und sonst in durchaus kapitalistischem Geiste dachte.

Der Fall, den er uns vorführt, ist folgender ^) - am Absatzdes Wiltshirer Tuches an den Ladenbesitzer in Northampton sind folgende Personen beteiligt:

1. der Kärrner, der die Tuche von Warminster nach London führt;

2. Mr. A., der Kommissionär oder Faktor, der die Tuchein Blackwell-Äall feilbietet;

3. Mr. B., der V^oolen-äraper, der Grossist, der sie anMr. C., den Ladenbesitzer in Northampton verkauft;

4. der Northamptoner Fuhrmann, der sie nach Northampton bringt.

Nun ist da ein Mr. F. G-, ein anderer Detaillist inNorthampton , ein reicher Mann (an over-^rown tracZesman),der mehr Geld als seine Nachbarn hat und infolgedessen keinenKredit in Anspruch zu nehmen braucht. Dieser findet aus, wodie Tuche gemacht werden, und knüpft nun mit dem WarminstererTuchfabrikanten direkte Beziehungen an. Er kauft die Warebeim Produzenten und läßt sie auf eigenen Saumtieren direktnach Northampton schaffen. And weil er vielleicht bar be-zahlt, gibt ihm der Tuchfabrikant die Tuche einen Penny proElle billiger, als er sie dem Londoner Grossisten verkauft hatte.

Was wird nun die Folge dieses Vorgehens sein? Derreiche Tuchhändler in Northampton wird folgende Vorteilehaben:

1. spart er an Transportkosten. Allerdings wird er für denTransport von Warminster nach Northampton etwas mehr be-