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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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208 Vierter Abschnitt: Der Bourgeois einst und jetzt

Das heißt, schließt unser Gewährsmann seine Darstellung,die Warenzirkulation unterbinden; daß heißtHandel treiben mit wenig Händen (tnig is manaZinAti-ade witn a ievv nancls) und wenn eine derartige Praxis, wie sieallem Anschein nach sich einzubürgern begonnen hat, allgemeinwird, so wird eine Million Menschen in England , die jetzt ihrgutes Auskommen im Handel findet, beschäftigungslos werdenund ihre Familien werden mit der Zeit betteln gehen müssen.

Diese Sähe, scheint mir, sprechen Bände. Wie völlig un-verständlich müssen diese Gedankengänge einem modernen Ge-schäftsmann vorkommen I

Äber dem Produzenten und Händler wurde nun aber auchder Konsument nicht vergessen. Ja in gewissem Sinne bliebdieser die Hauptperson, da ja noch die Anschauung nicht ganzaus der Welt verschwunden war: daß Gütererzeugung undGüterhandel am Ende für den Güterverzehr, um diesen gut zugestalten, da seien.

Die naturale Orientierung, wie man es nennen könnte,waltete auch hier noch ob: Gebrauchsgüterbeschaffung ist nochimmer Zweck aller wirtschaftlichen Tätigkeit, noch ist nicht diereine Warenproduktion deren Inhalt geworden. Daher dennvor allem während der ganzen frühkapitalistischen Epoche immernoch das Bestreben deutlich zutage tritt: gute Waren her-zustellen; Waren, die das sind, was sie scheinen: also auchechte Waren. Von diesem Bestreben sind alle die unzähligenNeglementationen der Warenerzeugung getragen, die geradedas 17. und 18. Jahrhundert wie keine Zeit zuvor ausfüllen.Nur daß der Staat jetzt die Kontrolle in die Hand nahmund an seinen Amtsstellen die Waren der obrigkeitlichen Schauunterwarf.

Diese staatliche Fürsorge für ordentliche Ware, könnte mannun freilich sagen, sei gerade ein Beweis dafür, daß die Wirt-