214 Vierter Abschnitt: Der Bourgeois einst und jetzt
Berger ein. Als Berger bankbrüchig wurde, übernahm Rochetteseine Geschäfte mit 5000 Franken, der Mitgift einer Maschinen-schreiberin, die er heiratete. Hierauf begann er zu gründen undgründete in kaum vier Iahren dreizehn Aktiengesell-schaften. Zuerst den Credit Minier mit 500000 Franken, danndie Laviana-Kohlengruben mit 2 Millionen, die Liat-Kohlen-gruben mit ebenso viel, die Banque Francs Esvagnole mit20 Millionen, das Syndikat Minier mit 10 Millionen, dieLlnion Franco Belge mit 2'/s Millionen, das Finanz-TageblattLe Financier mit 2 Millionen, eine Reihe Kupfer- und Zinn-Minengesellschaften, eine Island- und Marokko -Fischerei, eineGlühstrumpfgesellschaft mit 4^2 und Äella-Feuerbüsche mit15 Millionen Franken. Im ganzen gab er rund 60 MillionenAnteilscheine aus, die er zuletzt auf etwa 200 Millionen Kurs-wert trieb und die jetzt etwa 20 Millionen wert sein mögen.Er hatte 57 Zweiganstalten in der französischen Provinz. Anden verschiedenen Banken und Gründungen Rochettes sindnicht weniger als 40000 Personen beteiligt, und fast ebensogroß ist auch die Zahl der Opfer, deren Verluste insgesamtwahrscheinlich 150 Millionen übersteigen. Daß Rochette solange und so intensiv sein unehrliches Äandwerk treiben konnte,wird auf seine Geschicklichkeit zurückgeführt, sich mit respektabelnPersönlichkeiten zu umgeben. — Von der GeschicklichkeitRochettes, seinen Opfern Sand in die Augen zu streuen,spricht die Gründung einer großen Fabrik zur Ausbeutung einesPatentes auf ein neues Glühlicht. Am die Aktien dieser jüngstenGründung riß man sich förmlich in Paris , und man bewundertedie große Fabrik, die mehreren tausend Arbeitern Brot gebensollte, und deren Schornstein Tag und Nacht ununterbrochendichte Rauchwolken ausstieß — zur großen Genugtuung derAktionäre. In Wirklichkeit aber wurde in der Fabrik keine Äandgerührt mit Ausnahme der Äeizer, welche Dampf machten!"