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Vierter Abschnitt: Der Bourgeois einst und jetzt
hatWaltherNathenau wieder in klassischer Form wie folgtausgesprochen: „Das Objekt, auf das der Geschäftsmann seineArbeit und seine Sorgen, seinen Stolz und seine Wünsche häuft,ist sein Unternehmen; es heiße, wie es wolle: Handelsgeschäft,Fabrik, Bank, Reederei, Theater, Eisenbahn . Dies Unter-nehmen steht ihm gegenüber wie ein körperlich lebendiges Wesen,das durch seine Buchführung, Organisation und Firmen einunabhängiges wirtschaftliches Dasein führt. Der Geschäfts--mann kennt kein anderes Trachten, als daß dieses Geschäft zueinem blühenden, starken und zukunftsreichen Organismus er-wachse . . .""'">>
Dasselbe sagen fast mit den gleichen Worten alle Unter-nehmer unserer Tage, wo sie sich über den „Sinn" ihrer Tätig-keit geäußert haben.
Nun müssen wir uns klar sein, daß die Blüte eines „Ge-schäfts", das heißt also einer kapitalistischen Anternehmung, dieimmer mit einer Geldsumme anfängt und immer mit einer Geld-summe endigt, gebunden ist an die Erwerbung eines Überschusses.Geschäftlicher Erfolg kann offenbar nur Äberschußwirtschaft be-deuten. Ohne Profit keine Geschäftsblüte. Eine Fabrik magdie kostbarsten oder die wohlfeilsten Produkte herstellen; dieQualität ihrer Produkte mag ihr einen Weltruf verschafft haben:arbeitet sie dauernd mit Anterbilanz, so ist sie im kapitalisti-schen Sinn ein mißglücktes Unternehmen. Wenn dieses Ge-schöpf — auf dessen Gedeihen der Anternehmer sein ganzesSinnen und Trachten richtet —, wenn die kapitalistische Unter-nehmung wachsen und blühen soll, muß sie Profit abwerfen:Prosperieren heißt rentieren"").
Das ist es, was ich meinte, wenn ich vorhin sagte: der Unter-nehmer will die Blüte seines Geschäfts, und er muß den Er-werb wollen.
Mit dieser Zielsetzung — das ist die Pointe — ist der End-