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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
Seite
219
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Dreizehntes Kapitel: Der moderne Wirtschaftsmensch 219

Punkt des Strebens eines Unternehmers in die Unendlichkeitgerückt. Für den Erwerb ebensowenig wie für die Blüte einesGeschäfts gibt es irgendwelche natürliche Begrenzung, wie sieetwa durch denstandesgemäßen" Unterhalt einer Person allerfrüheren Wirtschaft gegeben war. An keinem noch so fernenPunkte kann der Gesamtgewinn so hoch steigen, daß man sagenkönnte: es ist genug. And wenn an irgendeinem Punkte derEntwicklung die Ausdehnung eines Geschäfts nicht mehr zurSteigerung seiner Prosperität beitrüge, so sorgt die Allseitigkeit desmodernen Unternehmertums dafür, daß sich an das eine Geschäft einzweites und drittes anreiht. Daher wir nicht nur ein Strebennach Expansion des einen Geschäfts, sondern ein ebenso starkesStreben nach Neubegründung anderer Geschäfte in unserer Zeitals Drang, der dem auf der Äöhe stehenden Unternehmer inne-wohnt, wahrnehmen können.

Immer stoßen wir auf eine Art von psyckischem Zwang,wenn wir das Streben des modernen Unternehmertums analy-sieren. Oft will er nicht weiter auf der Bahn; aber er mußwollen. Das bezeugen zahlreiche Aussprüche bedeutender Per-sönlichkeiten.Immer hoffen wir," sagt Carnegie einmal,daß wir uns nicht noch weiter auszudehnen brauchen, stetsaber finden wir wieder, daß ein Aufschub weiterer Ausdehnungeinen Rückschritt bedeuten würde"

Als Rockefeller gefragt wurde, was ihn zu seinen Trust-unternehmungen veranlaßt habe, antwortete er: der erste Grundzu der Gründung war der Wunsch, unser Können und unserKapital zu vereinigen, um ein Geschäft von einiger Größe undBedeutung an die Stelle vieler kleinen zu setzen (to carr^ ons busmess c>i some mAAnitucie ancl importance in place oftne 8M3II dusiness tnat eacn 8eparately naci tneretokorecarrieä on).Als einige Zeit vergangen war (fährt er fort)und die Möglichkeiten des Geschäfts zutage traten, fanden wir,