Dreizehntes Kapitel: Der moderne Wirrschastsmensch
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für eine Ideenassoziation verbergen möge, so findet man, daßsie mit „wirtschaftlichem Aufschwung" oder „Fortschritt" dieAusweitung dessen meinen, was man den wirtschaftlichen Apparatnennen könnte, also gleichsam die Gesamtheit oder den Inbegriffdes Inhalts aller Anternehmungstätigkeit: Steigerung der Pro-duktion — Lieferung immer größerer Mengen von Gütern zuden billigsten Preisen — riesige Absatzziffern ^ riesige Ver-kehrsziffern — raschesten Güter-, Personen- und Nachrichten-transport.
Für den unbeteiligten Beobachter ist die erteilte Antwortnicht weniger sinnlos als das Anendlichkeitsstreben selbst, daser vorher beobachtet hatte, und nach dessen Vernunftsgründener gefragt hatte. Begnügt man sich also bei dieser Antwortauch noch nicht, weil man das Bedürfnis fühlt, der Sinnlosig-keit doch einen irgendwelchen Sinn unterzulegen, ist man derMeinung, daß schließlich doch irgend etwas wie ein Lebenswertdie Grundlage aller dieser Strebungen bilden müsse (wenn erauch den beteiligten Menschen selber nicht zum Bewußtseinkommt, wenn er nur etwa in der Tiefe ihrer Seele wie einInstinkt schlummert), da doch sonst ganze Generationen nichtgeisteskranker, sondern sehr geistesstarker Menschen nicht vondem gleichen Dränge erfüllt sein könnten, fängt man an, aufeigene Faust die Psyche des modernen Wirtschaftsmenschen zuanalysieren, so stößt man bei seinen Nachforschungen auf —das Kind. In der Tat scheint mir die Seelenstruktur desmodernen Unternehmers, wie des von seinem Geiste immermehr angesteckten modernen Menschen überhaupt am ehesten unsverständlich zu werden, wenn man sich in die Vorstellungs- undWertewelt des Kindes versetzt und sich zum Bewußtsein bringt,daß in unseren überlebensgroß erscheinenden Unternehmern undallen echt modernen Menschen die Triebkräfte ihres Handelnsdieselben sind wie beim Kind. Die letzten Wertungen dieser