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Vierter Abschnitt: Der Bourgeois einst und jetzt
Menschen bedeuten eine ungeheure Reduktion aller seelischenProzesse auf ihre allereinfachsten Elemente, stellen sich als eine voll-ständige Simplifizierung der seelischen Vorgänge dar, sind alsoeine Art von Nückfall in die einfachen Zustände der Kinderseele.Ich will diese Ansicht begründen.
Das Kind hat vier elementare Wertekomplexe, vier „Ideale"beherrschen sein Leben:!. das sinnliche Große: im erwachsenen Menschen unddarüber hinaus im Riesen verkörpert;
2. die rasche Bewegung: im raschen Laufen, im Treibendes Kreisels, im Drehen auf dem Karussell verwirklichtsich ihm dieses Ideal;
3. das Neue: es wirft das Spielzeug weg, um ein andereszu ergreifen, es fängt ein Werk an, um es unvollendetzu lassen, weil eine andere Beschäftigung es anzieht;
4. das Machtgefühl: es reißt der Fliege die Beine aus,zwingt den Äund zum Schönmachen und Apportieren(immer wieder), läßt den Drachen in die Lust steigen
Diese — und wenn wir genau nachprüfen nur dieseIdeale des Kindes stecken nun aber in allen spezifisch modernenWertvorstellungen.
Also:
1. die Quantitätsbewertung. Im Mittelpunkt allesInteresses steht heute, darüber wird kein Zweifel aufkommenkönnen, die Bewunderung jeder meß- oder wägbaren Größe.Es herrscht allgemein, wie ein urteilsvoller Engländer (Bryce)es ausgedrückt hat: »a tenäenc> to mi8w!<e bi^ness ic>rZrestness« i „die Tendenz äußere und innere Größe zu ver-wechseln", wie wir übersetzen müssen, da die deutsche Spracheleider kein einziges Wort je für »biZness« und »^realness« be-sitzt. Worin sich die Größe darstellt, ist einerlei: es kann dieEinwohnerzahl einer Stadt oder eines Landes, die Äöhe eines