Dreizehntes Kapitel: Der moderne WirtschaftSmensch
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Monumentes, die Breite eines Flusses, die Häufigkeit derSelbstmorde, die Menge der mit der Eisenbahn befördertenPersonen, die Größe eines Schiffes, die Zahl der in einerSymphonie mitwirkenden Menschen oder sonst irgend etwassein. Am liebsten freilich bewundert man die Größe einer Geld-summe. Im Geldausdruck hat man zudem den wunderbar be-quemen Weg gefunden, fast alle an und für sich nicht meß-oder wägbaren Werte in Quantitäten zu verwandeln und siedamit in den Amkreis der Größenbeurteilung einzufügen. Wert-voll ist nunmehr das, was viel kostet.
And man kann nun sagen: dieses Bild, dieser Schmuck istdoppelt so wertvoll wie der andere. In Amerika , wo wirnatürlich diesen „modernen" Geist immer am besten studierenkönnen, weil er hier seine einstweilen höchste Entwicklungsstufeerreicht hat, macht man kurzen Prozeß und setzt einfach denKostenpreis vor den zu bewertenden Gegenstand, den man damitohne weiteres in eine meß- und wägbare Größe verwandelt.
„Äaben Sie den 50 VW Dollar-Nembrand im Äause desÄerrn T. schon gesehen?" — die oft gehörte Frage. „Äeutefrüh ist die 500000 Dollar-Jacht Carnegies im Kafen von sound so eingelaufen" (Zeitungsnotiz).
Wer sich gewöhnt hat, nur die Quantität einer Erscheinungzu werten, wird geneigt sein, zwei Erscheinungen miteinanderzu vergleichen, um sie aneinander zu messen und der größerenden höheren Wert beizumessen. Wenn die eine von zwei Er-scheinungen in einem bestimmten Zeitablauf zur größeren wird,so nennen wir das Erfolg haben. Der Sinn für das meßbarGroße hat also als notwendige Begleiterscheinung die Äoch-wertung des Erfolges. Auch der moderne Geschäftsmannwird nur nach seinem Erfolge bewertet. Erfolg haben, heißtaber immer, andern vorauskommen, mehr werden, mehr leisten,mehr haben wie andere: „größer" sein. Im Streben nach