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Vierter Abschnitt: Der Bourgeois einst und jetzt
3. Die Geschäftsgrundsätze haben naturgemäß, ent-sprechend den Verschiebungen, die das Ziel der Wirtschaft er-fahren hat, ebenfalls eine Wandlung durchgemacht. Keute stehtdas wirtschaftliche Verhalten des modernen Unternehmers vor-nehmlich unter folgenden Regeln:
a) Die gesamte Tätigkeit untersteht einer höchstmöglichen,einer tunlichst absolutenNationalität- Diese Rationalitätist von jeher ein Bestandteil des kapitalistischen Geistes gewesen,wie wir im Verlaufe dieser Untersuchungen festgestellt haben.Sie hat sich von jeher geäußert in der Planmäßigkeit, Zweck-mäßigkeit und Rechnungsmäßigkeit der Wirtschaftsführung.Aber was den modern-kapitalistischen Geist von dem früh-kapitalistischen in dieser Hinsicht unterscheidet, ist die strikte,folgerichtige, unbedingte Durchführung der rationellen Geschäfts-grundsätze auf allen Gebieten. Die letzten Spuren von Tradi-tionalismus sind ausgetilgt. Den modernen Wirtschaftsmenschen«wie er immer im amerikanischen Unternehmer am reinsten indie Erscheinung tritt) erfüllt der Wille zur schlechthin rationellenWirtschaftsgestaltung, und er besitzt auch die Entschlossenheit,diesen Willen durchzuführen; also jede vollkommenste Methode,sei es der kaufmännischen Organisation, sei es des Rechnungs-wesens, sei es der Produktionstechnik, weil sie die ratio-nellste ist, anzuwenden, was natürlich auf der anderen Seitebedeutet, daß er unbekümmert um irgendwelche Schwierigkeitendie alte Methode aufgibt in dem Augenblick, in dem er einebessere in Erfahrung gebracht hat.
b) Auf reine Tausch güterproduktion ist die Wirt-schaft ausgerichtet. Da die Äöhe des erzielten Gewinnes daseinzig vernünftige Ziel der kapitalistischen Unternehmung ist, soentscheidet über die Richtung der Gütererzeugung nicht die Artund Güte der hergestellten Produkte, sondern allein ihre Absatz-fähigkeit. Was den größten Erlös erzielt, ist selbstverständlich