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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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236 . Erster Abschnitt: Die biologischen Grundlagen

Mensch zu Mensch verschieden ist, so wird man auch Naturenmit kapitalistischer Veranlagung, also Menschen, die sich (über-haupt und in höherem Maße) zu kapitalistischen Anternehmerneignen, als besondereBourgeoisnaturen", alsgeborene"Bourgeois (das sie sind, auch wenn sie nie in ihrer Lebens-stellung Bourgeois werden) ansprechen dürfen.

Welcher Art, fragen wir nun weiter, ist die spezifische Ver-anlagung dieser Wirtschaftsmenschen, welche eigentümlichenBlutseigenschaften weist eineBourgeoisnatur" auf? Wobeiwir natürlich eine möglichst vollständige Auswirkung desBourgeoistyp, also eine Natur in Betracht ziehen, die sämt-liche oder fast sämtliche Veranlagungen besitzt, die zur Be-tätigung kapitalistischen Geistes nötig sind.

In jedem vollkommenen Bourgeois wohnen, wie wir wissen,zwei Seelen: eine Anternehmerseele und eine Bürgerseele, diebeide vereinigt erst den kapitalistischen Geist bilden. Danachmöchte ich auch in der Bourgeoisnatur zwei verschiedene Naturenunterscheiden: die Anternehmernatur und die Bürgernatur; dasheißt also, um es noch einmal zu wiederholen: die Gesamtheitder Anlagen, der seelischen Dispositionen zum Unternehmereinerseits, zum Bürger andererseits.

I. Anrernehmernaturen

Am seine Funktionen, die wir kennen, erfolgreich ausübenzu können, muß der kapitalistische Anternehmer, wenn wir seinegeistige Veranlagung ins Auge fassen, gescheit, klug und geist-voll sein (wie ich die verschiedenen Dispositionen schlagwort-mäßig bezeichnen möchte).

Gescheit: also rasch in der Auffassung, scharf im Arteil,nachhaltig im Denken und mit dem sicherenSinn für dasWesentliche" ausgestattet, der ihn befähigt, den ^a^c>s, alsoden richtigen Augenblick, zu erkennen.