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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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Fünfzehntes Kapitel: Bourgeoisnaturen 257

Über eine großeBeweglichkeit des Geistes" muß namentlichder Spekulant verfügen, der gleichsam die leichte Kavalleriebildet neben der schweren Reiterei, die andere Typen desUnternehmertums stellen: viv3cite 6'esprit et 6e corps wird unsam großen Gründer immer wieder gerühmt. Rasche Orientierungs-fähigkeit inmitten komplizierter Marktverhältnisse muß er haben,wie der Vorposten, der in einer Schlacht Aufklärungsdiensteverrichten soll.

Als besonders wertvolle Gabe wird von Unternehmern selbstein gutes Gedächtnis bezeichnet: so von Carnegie, der sich dessenrühmt, von Werner Siemens , der glaubte, es nicht zu besitzen^).

Klug: also befähigt,menschenkundig" undweltkundig"zu werden. Sicher in der Beurteilung, sicher in der Behand-lung von Menschen; sicher in der Bewertung etwelcher Sach-lage; vertraut vor allem mit den Schwächen und Fehlern seinerUmgebung. Immer wieder wird uns diese Geisteseigenschaftals hervorstechender Zug großer Geschäftsleute genannt. Ge-schmeidigkeit einerseits, suggestive Kraft andererseits muß vorallem der VerHändler besitzen.

Geistvoll: also reich anIdeen", anEinfällen", reich aneiner besonderen Art von Phantasie, die Wundt die kombi-natorische nennt (im Gegensatz zur intuitiven Phantasie etwades Künstlers).

Einer reichen Ausstattung mit den Gaben desIntellekts"muß entsprechen eine Fülle vonLebenskraft",Lebensenergien"oder wie wir sonst diese Veranlagung nennen wollen, von derwir nur soviel wissen, daß sie die notwendige Voraussetzungallenunternehmerhaften" Gebarens ist: daß sie die Lust ander Unternehmung, die Tatenlust schafft und dann für dieDurchführung des Unternehmens sorgt, indem sie die nötigeTaten kraft dem Menschen zur Verfügung stellt. Es mußetwas Forderndes in dem Wesen sein, etwas, das hinaustreibt,

Sombart , Der Bourgeois 17