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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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238 Erster Abschnitt: Die biologischen Grundlagen

das die träge Ruhe auf der Ofenbank zur Qual werden läßt.And etwas Starkknochiges mit dem Beil Zugehauenes,etwas Starknerviges. Wir haben deutlich das Bild einesMenschen vor Augen, den wirunternehmend" nennen. Allejene Anternehmereigenschaften, die wir kennen gelernt haben alsnotwendige Bedingungen eines Erfolges: die Entschlossenheit,die Stetigkeit, die Ausdauer, die Rastlosigkeit, die Zielstrebig-keit, die Zähigkeit, der Wagemut, die Kühnheit: alle wurzelnsie in einer starken Lebenskraft, in einer überdurchschnittlichenLebendigkeit oder ..Vitalität", wie wir zu sagen gewohnt sind.

Eher ein Äemmnis für ihr Wirken ist dagegen eine starkeEntwicklung der gemütlichen Anlagen, die eine starke Betonungder Gefühlswerte zu erzeugen pflegt. Anternehmernaturen,können wir also zusammenfassend sagen, sind Menschen miteiner ausgesprochenen intellektuell voluntaristischen Begabung,die sie in übernormaler Stärke besitzen müssen, um Großes zuleisten, und einem verkümmerten Gefühls- und Gemütsleben(ganz trivial).

Man wird ihr Bild noch deutlicher sich vor Augen stellenkönnen, wenn man sie mit anderen Naturen kontrastiert.

Man hat den kapitalistischen Anternehmer, namentlich woer als Organisator Geniales leistet, wohl mit dem Künstlerverglichen. Das scheint mir aber ganz und gar verkehrt. Siebeide stellen scharfumschriebene Gegensätze dar. Wenn man siemiteinander in Parallele brachte, so wies man vor allem daraufhin, daß beide über ein großes Maß vonPhantasie" verfügenmußten, um Hervorragendes zu leisten. Aber selbst hier ist wie wir schon feststellen konnten - ihre Begabung nichtdieselbe: die Arten vonPhantasie", die im einen und imandern Falle in Frage kommen, sind nicht dieselben Geistes-äußerungen.

In allem anderen Wesen aber scheinen mir kapitalistische