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Erster Abschnitt: Die biologischen Grundlagen
die sich im Laufe der Geschichte ergeben haben, auf stärkereoder schwächere oder ungleichmäßige Äbung der ursprünglichenAnlagen und einen entsprechenden Ausleseprozeß zurückführen.Im anderen Falle kommen wir ohne diese Hilfskonstruktion aus.Theoretisch sind beide Fälle denkbar. Die Tatsachen der ge-schichtlichen Wirklichkeit sprechen jedoch dafür, daß eine ver-schiedene Arveranlagung der europäischen Völker bestandenhabe, wenigstens in dem Zeitpunkte, in dem wir von ihnen glaub-hafte Nachrichten erhalten. Die Annahme solcher Verschieden-heit erleichtert die Erklärung des geschichtlichen Ablaufs derEreignisse ungemein, für zahlreiche Zusammenhänge gewinnenwir erst durch sie ein richtiges Verständnis, so daß, da nichtsTriftiges dagegen spricht, ich sie dieser Darstellung zugrundelegen werde.
Dann ergibt sich etwa folgendes Bild.
Die Stämme oder Völker, aus denen sich die europäischeVölkerfamilie zusammensetzt, sind teilweise kapitalistisch unter-veranlagt, teilweise überveranlagt. Jene unterveranlagten Völkerweisen zwar auch kapitalistische Varianten auf (das müssen wirannehmen, da es kein Volk gibt, in dem der kapitalistische Geistüberhaupt nicht zur Entfaltung gelangt wäre), aber in so ge-ringer Zahl und mit so geringer Stärke der Veranlagung, daßdie Entwicklung kapitalistischen Wesens in den ersten Ansätzenstecken bleibt. Die überveranlagten Völker dagegen haben reich-liche und gute kapitalistische Varianten, so daß unter gleichenBedingungen kapitalistisches Wesen rascher und vollkommenerzur Entfaltung gelangt. Wie unerläßlich es ist, verschiedenstarke Arveranlagung anzunehmen, erweist sich schon hier: wiesollte es sich sonst erklären lassen, daß Völker mit gleichen oderfast gleichen Bedingungen so ganz und gar verschiedene Ent-wicklungshöhen in der Ausbildung des kapitalistischen Geisteserreicht haben. Denn welche Verschiedenheit der Entwicklungs-