Zwanzigstes Kapitel: Der Protestantismus ZZI
Sport, Spiel, Jagd, Maskeraden sind verpönt^): hierwie dort.
3. Mäßigkeit: Anzucht, Trunkenheit usw. sind Todsünden:hier wie dort. Vielleicht war in den puritanischen Ländernim 17. Jahrhundert die Kontrolle schärfer als in den italienischenStädten des 15.: wir hören von einem raffinierten Spionage-system, das z. B. in den schottischen Städten zur Vollendungausgebildet war^). And vielleicht waren die Forderungen umeinige Nuancen strenger als bei den Thomisten. Insbesondereist wohl in den Ländern des Puritanismus das Geschlechtslebennoch mehr unterbunden worden (weil es sich mehr unterbindenließ: Blutsveranlagung I) als bei den katholischen Völkern. DieKeuschheit artete bei den angelsächsischen Völkern zur Prüderieaus. And zu der Verlogenheit und Verschrobenheit in Eroticis,denen wir in England und den amerikanischen Neu-England -staaten noch heute begegnen, hat der Puritanismus wohl seinTeil beigetragen. „Wir trennen die beiden Geschlechter, die, wennsie beisammen sind, dahinschmelzen wie Schnee an der Sonne ",rühmt sich im 18. Jahrhundert ein quäkerischer Großkaufmannaus Amerika seinem französischen Kollegen gegenüber ^°).
4. Sparsamkeit — eine Äaupttugend bei Thomisten wiePuritanern (und den verwandten Sekten noch mehr). ImSchottland des 17. Jahrhunderts nehmen die Geistlichen dieLuxusverbote wieder auf, sie fordern Beschränkung des Kleider-und Wohnluxus, Beschränkung des Aufwandes bei Kochzeitenusw. 2^). Es ist bekannt, daß der Äauptsport der Quäker dieSparsamkeit in allen Dingen war: selbst in den Worten, in denGesten, in den Benennungen der Wochentage usw.^).
Auch diese Tugend wird bei den Protestanten in ihreExtreme gesteigert. And diese Steigerung ist freilich so groß,daß wir hier vielleicht einen wirklichen — den einzigen I —Wesensunterschied in der Sozialethik der Puritaner und der