Sechsundzwanzigstes Kapitel: Die Technik
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Nun läßt sich aber deutlich verfolgen, wie tatsächlich eineEinwirkung des technischen Rationalismus auf die Gestaltungdes Wirtschaftslebens stattfindet: wie die wissenschaftliche Hand-habung der Technik den ökonomischen Nationalismus unmittelbarerzwingt. Im Grunde genommen erfolgt heute die Ordnungder Privatwirtschaft in den meisten Zweigen unter genauerBerücksichtigung der technischen Anforderungen und die wirt-schaftliche Vollkommenheit wird unter beständiger Ausrichtungdes Gedankens der Leiter einer Unternehmung auf die Technikdes Produktionsprozesses erstrebt. Wir sahen (siehe S. 184), einwie deutliches Wahrzeichen höchster Ausbildung des ökonomischenRationalismus heutzutage die Verwendung wissenschaftlich ge-schulter Hilfskräfte in einem Betriebe ist. Nun also: da ist dieTatsache, daß die Anforderungen, die die Technik stellt, den Anlaßzu einer höchst rationalen Wirtschaftsgestaltung bilden, in einembesonders durchsichtigen Falle erwiesen. Aber das Leben bietetzahlreiche solcher Fälle dar.
Zielstrebiger, bewußter, also rationaler wird das Denkendes Wirtschaftsmenschen durch die Technik, zumal die moderneTechnik gestaltet. Nun wollen wir noch feststellen, daß es unterderen Einfluß auch genauer, gleichsam pünktlicher wird.Dafür sorgen zunächst die von der Technik geschaffenen Methodenund Vorrichtungen zum Messen der verschiedensten Größen,namentlich der Zeit.
Die Erfindung der Ähren spielt eine wichtige Rolle in derGeistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen. Die Er-findung der Gewichtsuhren wird in das 10. Jahrhundert verlegt;die erste Räderuhr, von deren Erbauung wir hören, ist die-jenige, die Heinrich von Wick 1364 für Karl V. in Paris an-fertigt. Während des 14. Jahrhunderts haben alle größerenStädte Italiens Ähren, die die 24 Stunden schlagen^'). ImJahre 1510 erfindet Peter Äele die Taschenuhren: Johann