Sechsundzwanzigstes Kapitel: Die Technik
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Gedankeneinstellung ausgeschieden ist; daß nur noch der Prozeß(der Produktion, des Transports, der Preisbildung usw.) inter-essiert: lmt prociuctio et pereat Iiomo. Ist nun aber darin dieDenkweise des Wirtschaftsmenschen nicht wiederum nur eineFolgeerscheinung der Umgestaltung, die der technische Prozeßerfahren hat? Wir wissen, daß die moderne Technologie denProduktionsprozeß gleichsam losgelöst von dem ausführendenOrgane, dem Menschen, betrachtet. An die Stelle der durchdie lebendige Persönlichkeit notwendig gebundenen organischenGliederung der Produktionsprozesse tritt die nur im Hinblickauf den gewellten Erfolg zweckmäßig mechanisch eingerichteteGliedbildung, wie es Neuleaux genannt hat.
Die natürliche, lebendige Welt ist in Trümmer geschlagen,damit auf diesen Trümmern eine kunstvolle Welt aus mensch-licher Erfindungsgabe und toten Stoffen zusammengefügt sicherhebe: das gilt für Wirtschaft wie Technik gleichermaßen. Andganz unzweifelhaft hat diese Verschiebung des technischen Ver-fahrens die Verschiebung unserer Gesamtbewertung der Weltwesentlich beeinflußt: in dem Maße, wie die Technik denMenschen aus dem Mittelpunkte des Produktionsprozesses ver-drängte, verschwand der Mensch aus dem Mittelpunkte der wirt-schaftlichen wie überhaupt kulturellen Bewertung.
Zahlreich sind die mittelbaren Einwirkungen derTechnik auf die Entwicklung des kapitalistischen Geistes, die sichalso dadurch fühlbar machen, daß irgendwelche Zustände oderVorgänge durch die Technik bewirkt, irgendwelche Ereignissedurch sie herbeigeführt werden, die ihrerseits einen bestimmendenEinfluß auf die Gestaltung des kapitalistischen Geistes ausüben.
Ich will nur auf zwei besonders wichtige Wirkungen solcherArt hinweisen; der Leser wird danach leicht andere Fälle selbstausfindig machen.
Wir lernten im vorigen Kapitel die Bedeutung kennen, die