Achtundzwanzigstes Kapitel: Der Kapitalismus selbst 4ZZ
intensivieren, daß er jedes kleinste Zeitpartikelchen ausnutzenmöchte, woraus jenes rasende „Tempo" des Wirtschaftslebensunserer Tage entspringt, wie wir es kennen gelernt haben. (SieheSeite 228 f.)
Wie sehr die peinliche Ausnutzung der Zeit wiederum durchdie Technik ermöglicht worden ist, wie diese aber auch durchihre Werke ein Eiltempo nahelegt, haben wir gesehen. Aberdie moderne Technik erklärt nicht, warum dieses Eiltempo sichnun auch wirklich einstellt. Auch im Vatikan wird jetzt tele-phoniert, auch in Spanien fahren jetzt Eisenbahnen, auch in derTürkei spielt der Telegraph, aber ein Eiltempo kennen dieseStätten und Länder nicht. Dieses mußte erst in der Seeledes modernen Wirtschaftsmenschen erzeugt werden, und daß eserzeugt wurde, dafür sorgte der Kapitalismus selbst. Er wares wiederum, der es den Wirtschaftssubjekten aufzwang, sodaß sie nun wiederum wollen müssen. Was es ist, wodurchder Kapitalismus diesen Zwang ausübt, weiß jedes Kind: dasStreben nach Beschleunigung des Kapitalumschlagsist die geheimnisvolle Macht, die hier so Wunderbares wirkt.Die Häufigkeit des Kapitalumschlags entscheidet — unter sonstgleichen Bedingungen — über die Äöhe der Preise und dieÄöhe des Profits. Je häufiger ein Kapital von gegebenerGröße umschlägt, desto billiger wird das Produkt, desto größerder Gesamtprofit.
Der Beschleunigung des Kapitalumschlags dient aber jedeBeschleunigung der Maschinen ebenso wie die Beschleunigungdes Transports, wie die Beschleunigung in der Abwicklung derKauf-- und Verkaufsgeschäfte. And in den Dienst diesesBeschleunigungsstrebens tritt die moderne Technik, dietäglich neue Methoden offenbart, um den wirtschaftlichenProzeß abermals um Sekunden abzukürzen. Also auch das„Tempo" in dem Geistesleben des modernen Wirtschaftsmenschen