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Dritter Abschnitt: Die sozialen Umstände
aller Wertungen mächtige neue Anreize zur wohlgemuten Be-tätigung seiner Kräfte zu.
Kein Puritcmismus hat den Unternehmer in den Strudelder besinnungslosen Geschäftigkeit hinabgezogen: der Kapitalis-mus hat es getan. Lind er hat es erst tun können, nach-dem die letzte Barriere weggerissen war, die denUnternehmer vor dem Äineinsinken in die Antiefeschützte: das religiöse Empfinden. Kein Pflichtgefühlbraucht er, um diese besinnungslose Geschäftigkeit zum Lebens-inhalt zu machen: die Zeit hat ihn gelehrt, auch in der Ödesich Lebenswerte zu schaffen, indem sie diese Tätigkeit, die erausübt, selber mit eigentümlichen Reizen umgab.
Mit dieser letzten Metamorphose wird nun aber diehöchste Spannung in das Wirtschaftsleben hinein-getragen: nun wohnt nicht nur als treibende Kraft der er-zwungene Wille in der wirtschaftlichen Welt: es wohnt dieLiebe des Unternehmers selbst darin. Das Unternehmen ist seineGeliebte geworden, die er nun mit aller Inbrunst hegt undpflegt. Begreiflich, wenn nun der Prozeß abermals an Mächtig-keit gewinnt und durch seine Verstärkung und Beschleunigungabermals Anreize auf die Seele der Wirtschaftsmenschen zurletzten Anspannung ihrer Kräfte ausgeübt werden.
Jetzt, denke ich, liegen die Zusammenhänge, um deren Auf-hellung uns zu tun war, klar zutage: die Psyche des modernenWirtschaftsmenschen ist uns kein Geheimnis mehr.