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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
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Geleitwort.

heiten schärft. Gerade erst das Verständnis für die Art schafft dieMöglichkeit, die Abweichung als solche zu begreifen.

Und nun die typische Gestaltung des Wirtschaftslebens!Sie soll also einheitlich aus der Wirksamkeit der prävalentenMotivreihen erklärt werden. Da wird es nun vor allem zahlreicherKautelen bedürfen, um die Gefahr der Schematisierung zu ver-meiden.

Was zunächst als eine selbstverständliche Wahrheit festzustellenist, scheint mir dieses: dafs, so sehr auch die als typisch betrach-teten Erscheinungen dem bestimmenden Einflüsse jener vorherrschen-den Zwecksetzungen der führenden Wirtschaftssubjekte unterstehen,sie doch natürlich zugleich als das Produkt zahlreicher andererFaktoren betrachtet werden müssen, von deren Wirksamkeit derTheoretiker nicht minder als von derjenigen der treibenden KräfteKenntnis zu nehmen hat. Nur dafs er sie füglich in ein anderesVerhältnis zu der durch sie mitbestimmten Erscheinung setzt, näm-lich in dasjenige der objektiven Bedingung. Damit wird er demBedürfnis nach übersichtlicher Ordnung der Phänomene, denke ich,am besten Rechnung tragen und doch auch der Reichhaltigkeit derlebendigen Gestaltung am ehesten gerecht werden. Kommt in derKonstituierung treibender Kräfte als letzter Ursache socialen Ge-schehens die Idee der Einheit zum Ausdruck, so in der vollenWürdigung der objektiven Bedingungen die der Besonderheit.

Die objektiven Bedingungen wirtschaftlicher Vor-gänge werden wir aber unter verschiedenen Gesichtspunkten zubetrachten Gelegenheit nehmen müssen.

Ich unterscheide zunächst nach ihrer Bedeutung für die Ver-wirklichung der in den verursachenden Wirtschaftssubjekten vor-herrschenden Zwecke zwei grofse Komplexe von Erscheinungen:homogene und heterogene.

Homogene Erscheinungen sind solche, die der Verwirklichungjener Zweckreihen günstig sind. Beispielsweise in einer kapita-listischen Wirtschaft die Städtebildung oder die Entstehung einesMassenbedarfs.

Heterogene Erscheinungen dagegen nenne ich diejenigen, dieder Erreichung der von den führenden Wirtschaftssubjekten er-strebten Ziele Hindernisse bereiten. Beispielsweise in dem ge-dachten Falle die Absorption des Kapitals durch aufserwirtschaft-liche Zwecke oder die Stärkung vorkapitalistischer Wirtschafts-formen (des Handwerks) durch aufsergewöhnliche Umstände, wieetwa die durch die Gesetzgebung geförderte Lehrlingszüchtung.