XXVI
Geleitwort.
scheinen jene „Ursachen“ in unserer Betrachtung als objektive Be-dingungen für die Verwirklichung der von kapitalistischen Unter-nehmern verfolgten Zwecke. Alsdann fühlen wir uns verpflichtet,eine solcherart konstatierte Bedingung, wie beispielsweise den„Frauenüberschufs“, erst selbst wieder als Wirkung zu erklären :wenn möglich, schliefslich der treibenden Kräfte des modernenWirtschaftslebens. Wir kommen also etwa zu folgendem Regressus(dessen Erläuterung die Lektüre des zweiten Bandes dieses Werkesbringen wird): erste Ursache: Auflösung der Familie, die wiederumverschiedene Ursachen hat; jeder Ursache wird im einzelnen nach-gegangen; ich verfolge diejenige, die uns in der Entstehungstädtischen Wesens entgegen tri tt; also gilt es nun den Gründennachzugehen, weshalb in unserer Zeit Städte entstehen; diese Be-trachtung führt abermals zur Aufdeckung zahlreicher Ursachenbezw. Bedingungen; eine davon ist die Auflösung der alten boden-ständigen Verfassung; Frage: warum löst sich diese auf? Ant-wort: weil (unter anderem) sich die intensive Landwirtschaft ent-wickelt; warum entwickelt sich die intensive Landwirtschaft? (unteranderem): weil an einer Stelle sich gewerblicher Kapitalismus zuentfalten beginnt; warum entfaltet sich sich an dieser Stelle ge-werblicher Kapitalismus? weil Kapital nach Verwertung strebt;warum strebt Kapital nach Verwertung u. s. w.
Dieses also nur exempli gratia.
In dem eben angezogenen Falle würde in langer Kausalreihedie zunächst als objektive Bedingung erfolgreicher Entfaltung kapi-talistischen Wesens (in der Organisation der grofsstädtischen Kon-fektionsindustrie) erkannte Erscheinung (Frauenüberschufs) als end-gültige Wirkung selbst schon kapitalistischer Triebkräfte nach-gewiesen. Diesen Nachweis soll nun der Theoretiker im weitestenUmfange zu führen suchen. Er wird erst dadurch volles Licht indas Getriebe des Wirtschaftslebens, in dessen innerste Zusammen-hänge zu verbreiten vermögen; er wird erst am Ende dieser müh-samen Arbeit zu erkennen vermögen:
Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andern wirkt und lebt.
Er wird mit einem Worte das Verständnis für den „gesetzmäfsigen“Verlauf einer Wirtschaftsepoche gewinnen und verbreiten können.Und zwar wird er bestrebt sein müssen, jedwedes Phänomen, daser zunächst als notwendige Bedingung für das Zustandekommeneines wirtschaftlichen Erfolges zu begreifen vermochte, als Schöpfungder treibenden Kräfte der Wirtschaftsperiode, als Wirkung der
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