XXXII
Geleitwort.
Hoch- und Spätmittelalter ist die Wirtschaftsepoche gewerblicherKultur.
Auf sie folgt diejenige Epoche, in der wir heute noch leben:deren innerste Eigenart gekennzeichnet wird durch das Vorwiegenkaufmännischen Wesens, d. h. also kalkulatorisch - spekulativ-organisierende Thätigkeit- , die erfüllt ist von dem Grundgedanken,dafs der Zweck des Wirtschaftens der Geldgewinn sei. DiesesStreben hat sich diejenige Organisation geschaffen, die wir ambesten als kapitalistische bezeichnen.
Auf die kapitalistische Kulturepoche folgt, wie wir aus denersten Anzeichen zu erkennen vermögen, als vierte eine s o c i a -listisch-genossenschaftliche.
Die Aufgabe dieses Werkes ist es nun, dem Leser einen Fadenin die Hand zu geben, der ihn durch das Labyrinth der drittengrofsen Wirtschaftsepoche: der kapitalistischen zu führen vermöchte.Es wird versucht das kapitalistische Wirtschaftssystem von seinenAnfängen bis zur Gegenwart zu verfolgen, seine eigenen Be-wegungsgesetze aufzudecken und die Gesetzmäfsigkeit seines Über-gangs in eine zukünftige Wirtschaftsepoche darzustellen: unterkausalem Gesichtspunkt. Ich bitte: unter kausalem Gesichts-p unkt!
Auf der Grundlage der durch diese historisch - theoretischenBetrachtungen gewonnenen Einsicht wird es dann unternommen, einwissenschaftliches System praktischen Handelns, also ein Systemder Socialpolitik aufzubauen: unter teleologi s ch em Gesichtspunkt.
Während die Krönung des Gebäudes ein System der Social-philosophie bilden soll: unter kritischem Gesichtspunkt.
Die beiden ersten Bände, die ein in sich abgeschlossenesGanze bilden, führen die Untersuchung bis zu dem Punkte, da daskapitalistische Wirtschaftssystem zum vollen Siege über vor-kapitalistische Wirtschaftsweisen und damit zu einer das gesamteWirtschaftsleben beherrschenden Machtstellung gelangt ist. Die An-ordnung des Stoffes in ihnen ist kurz folgende: Nach einer orien-tierenden, systematischen Übersicht über die Organisation der wirt-schaftlichen Arbeit (Einleitung) gelangt in seinen Grundzügendasjenige Wirtschaftssystem zur Darstellung, das dem herrschendenunmittelbar vorausgegangen ist, also den Ausgangspunkt für seineEntwicklung bildet: die vorwiegend gewerbliche Epoche des Wirt-schaftslebens, in der die Wirtschaft als Handwerk erscheint.(Erstes Buch des ersten Bandes.) Daraufhin werden dieWurzeln des modernen Wirtschaftslebens blofsgelegt: es wird die