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Erstes Buch. Die Wirtschaft als Handwerk.
die fabri ferrarii in die
fabri falcari
claustrarii
dolabriarii
gladiarii,
die fabri tignarii in die
fabri navales
carpentarii
arcularii
pavimentarii
tectores
pictores,
der sutor spaltet sich in den
sutor calceolariusdiabathrariussoleariuscrepidariussandaliariuscerdo (Flickschuster) 1 .
Vor allem lehrreich bei dieser Entwicklung ist der Umstand,dafs sich auch die einzelnen Specialitäten fast völlig gleichartigwie im europäischen Mittelalter im alten Eom herausgebildet haben.
Und wie es bei alledem nicht anders sein kann: das Werk selbst,also das Ergebnis des handwerklichen Wirkens, ist der getreueAusdruck der Persönlichkeit seines Schöpfers. Handwerkerwareist bei aller Traditionalität des Verfahrens doch immer individuellesWerk. Es trägt ein Stück Seele in die Welt hinaus, weil es jadie Schöpfung eines wenn auch noch so beschränkten, aber dochlebendigen Menschen bleibt. Von den Leiden und Freuden seinesSchöpfers weifs es zu erzählen. Kommt auch nicht jedes PaarSchuhe zu stände, wie es der Sachs in der Johannisnacht zusammen-schlägt: — „mit dem Hammer auf dem Leisten halt’ ich Gericht“ —,Einflüsse mannigfachster Art werden sich immer bemerkbar machen:„jeder Ärger über das Kind, jeder Zank mit der Frau“, die
1 M. Voigt, Die römischen Altertümer, im Handbuch der klassischenAltertumswissenschaft IV, 2 (2. Aull. 1893) S. 307 f., 378 f., 442 f. Vgl. dazuMarquardt, Röm. Priv.-Leben 2 (1882), 485 ff., und namentlich Li eben am,Römisches Vereinswesen (1890), insbes. S. 107 ff., wo das von M. Voigt fastganz vernachlässigte Inschriftenmaterial sehr sorgfältig zusammengestellt ist.