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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
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Erstes Buch. Die Wirtschaft als Handwerk.

deren Begründung, wie ersichtlich, wieder auf die Eigenart desempirischen Verfahrens zurückgeht, begegneten sich also die ein-heimischen wie die fremden Produzenten; in ihr fanden beideihre Sicherheit und damit das Handwerk die Möglichkeit seinerExistenz h

Nun darf aber die Untersuchung über die realen Existenz-bedingungen des Handwerks nicht als abgeschlossen betrachtetwerden, ehe wir nicht einen Blick geworfen haben auf die Eigen-art der Preisbildung bei den Erzeugnissen des Hand-werks: in ihr haben wir gleichsam einen Niederschlag aller dieProduktionsweise bedingenden Verumständungen vor uns und somiteine Bestätigung der Richtigkeit der vorausgehenden Beweisführung.Wenn wir nun die Preise der gewerblichen Produkte in denjenigenWirtschaftsepochen, in denen Handwerk geblüht hat, einer genauerenPrüfung unterziehen, so werden sich folgende für die Existenz desHandwerks besonders wichtigen Eigentümlichkeiten ihrer Gestaltungohne weiteres feststellen lassen:

1. ihre absolute Höhe, verglichen mit den Preisen der Roh-stoffe ;

2. ihre für heutige Begriffe geradezu unerhörte Konstanz durchlange Zeiträume (Jahrhunderte);

3. ihre verhältnismäfsig geringen Schwankungen innerhalb kurzerZeiträume (Jahren).

Wo die Preise gewerblicher Erzeugnisse aber während desMittelalters (also doch immer dem goldenen Zeitalter des Hand-werks) überhaupt eine Tendenz zu konstanten Veränderungen zeigen,da ist es eine steigende Tendenz: so namentlich in der zweitenHälfte des 14. Jahrhunderts, infolge der schon erwähnten starkenVerringerung des Angebots.

Es leuchtet also auf den ersten Blick ein, dafs in der Preis-gestaltung jener Zeiten die beiden für den Bestand handwerks-mäfsiger Produktion entscheidenden Bedingungen ihren prägnanten

zeichnet sind. Vgl. z. B. Chatillon-Plessis, La vie ä table ä la fin duXIX. sifecle (1894) p. 225. Ähnlich würde eine gewerbegeographische Kartedes Mittelalters aussehen.

1Die neuen Importbranchen kommen ihm nämlich dem Handeljeweilen nur so lange zu gute, als dafür keine heimische Produktion besteht.Sobald sich das entsprechende Handwerk aufthut, mufs ihm der kaufmännischeImport weichen, weil es durch die Ersparnis des Handelsrisikos und der hohenTransportkosten imstande ist, ihn zu unterbieten: für Basel G-eeringS. 138/39.