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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
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Erstes Buch. Die Wirtschaft als Handwerk.

Markt und Stadt (1897), 42 ff., 140 ff. (Zusammenfassung) und sonst öfters. Neuer-dings von Below, in der Zeitschrift für Soc. und Wirtschaftsgeschichte 5, 138,in Jahrbücher für N.Ö. 20, 23. H. Pirenne, Villes , marches et marchands aumoyen age, in der Revue liistorique 67 (1898), 64 ff.

3. (Raubhandel.) Die Wortelucrum undLohn bedeuten ursprüng-

lich nichts anderes wie Beute, Kampfpreis. Schräder, 59. Uber die All-gemeinheit des Raubhandels auf primitiven Kulturstufen vgl. Schräder,68 ff., Kuli scher, Jahrbücher 18, 318 f. und öfters. Viel Material, obwohlnicht immer gesichtetes, enthält K. Andree , Geographie des Welthandels 1(1867), 314 ff. Vgl. auch Letourneau, Levolution du commerce (1897), 95 ff.335 ff. In aller früheren Zeit ist die Piraterie als ein durchaus statthaftes,nicht einmal unehrlich machendes Gewerbe betrachtet worden. Bekanntist die Anerkennung der Piratenassociation (enl la'av) durch das solo-nische Gesetz, sowie noch durch den Staatsvertrag zwischen Clialaeum undOeanthia in Lokris . Goldschmidt, 27. Ebenso sind die skandinavischenWikinger seefahrende Kaufleute und Seeräuber zugleich, richtiger Raub-händler, was in dem altnordischen Gesellschaftsrecht seinen Ausdruck findet.Die Pisaner Grofskaufleute des 13. Jahrhunderts fafsten Seekrieg und See-raubvom Standpunkt des Geschäftsmanns als gewinnbringende Unter-nehmungen auf: Schaube, Das Konsulat des Meeres in Pisa (1888), 38.

Die genuesischen Urkunden derselben Zeit erwähnen denpyraticam artemexercens. Ed. Heyck, Genua und seine Marine (1886), 182. 1322 plündertein Seemann von Winchelsea ein englisches Fahrzeug, das Kaufleuten vonSherborne in Dorset gehörte; wenige Jahre später wurde er Maire seinerVaterstadt. Denton, Engl , in the XV. cent., 85. In den Rechnungsaus-weisen der holländisch-westindischen Kompagnie figuriert das ganze 17. Jahr-hundert hindurch ein Posten füreroberte Güter, der sich z. B. 1696 auf8 671 274 fl. bezifferte. Vgl. die nach den Auszügen Prof. Lueders gemachtenAufstellungen bei F. Saalfeld , Geschichte des holländischen Kolonialwesensin Ostindien 2 (1813), 170 ff. In einem Bericht der indischen Regierung vomJahre 1764 an die Siebzelmer lieifst es:Durch gute Verstandhaltung mit demSultan Maldiron (Ceylon) machen wir lohnende Jagd auf fremde Fahrzeuge.Im Jahre 1764 haben wir wiederum 11 Fahrzeuge abgefangen und 200 369 tlIvanel erbeutet, das Pfund im Werte von Gulden 3.12. Bokemeyer , DieMolukken (1888), 278. Die psychologische Notwendigkeit des Raubes alseiner dem Tausch voraufgehenden Art des Besitzwechsels ist neuerdings infeiner Weise entwickelt worden von G. Simmel, Die Psychologie des Geldes(1900), 53 ff. Eine poetische Verherrlichung des Raubes liest man in demBeduinenromanAnthar. Translated from the Arabic by Terrick Hamil-ton. 1819.

4. (Gelegenheitshandel.) Im ganzen klassischen Altertumbildet die gelegentliche Bethätigung der Reichen und Vornehmen am Handeleine häufige Erscheinung. Von Thaies und Hippokrates hören wir, dafs sieHandel trieben, und Plato verdiente sich sein Reisegeld durch Olverkauf inÄgypten . Hermann, Privataltertümer. 3. Aufl. S. 419 ff.

Bekannt ist die starke Neigung der römischen Senatoren, sich nament-lich an den negocia maritima zu beteiligen. Die oft citierten Worte Ciceros (de off. 1, 42. 150)mercatura . . ., si tenuis est sordida putanda est: sinmagna et copiosa, multa undique apportans multisque sine vanitate inpertiens,