Achtes Kapitel. Begriff und Wesen des Kapitalismus . 211
nally supplies it with all the necessaries and conveniencies of lifewhich it annually consumes;
2. Arbeit im Sinne dieses Satzes ist nur diejenige der tech-nischen Arbeiter, d. h. der im Arbeitsprozesse der Gütererzeugungunmittelbar thätigen Personen. Arbeit im Sinne dieses Satzes istdiejenige des kapitalistischen Unternehmers, der blofs Disponentund Organisator fremder Arbeit ist, ebensowenig wie diejenige desP Schutzmanns, des Erfinders, des Verwaltungsbeamten oder des Pro-
fessors an der technischen Hochschule, so absolut unentbehrlich dieThätigkeit dieser Personen für das Zustandekommen überhaupt einesökonomischen Nutzeffekts sein mag.
Der axiomatische oder wenn man will, aprioristische Charakterdieser Sätze schliefst natürlich die Möglichkeit, aber auch die Not-wendigkeit eines Beweises ihrer Richtigkeit aus. Sie werden auf-gestellt als Hilfsmittel des Denkens, d. h. weil ohne sie Wissenschaftder kapitalistischen Wirtschaft nicht möglich ist. Uber die Statt-haftigkeit ihrer Formulierung entscheidet somit nichts anderes als ihrtheoretischer Nutzeffekt, das ist die Hilfe, die sie bei der Gewinnungmaterieller ökonomischer Erkenntnis zu leisten vermögen. Sapientisat. Und für den Insipiens schreibe ich nicht.
Bildet sonach der Arbeitsertrag eines Teiles der Bevölkerungden Fonds, von dem die ganze Gesellschaft lebt, so leben allenicht zu den technischen Arbeitern gehörigen Personen von Anteilenan den Arbeitserträgen jener, genauer von den Mehrerträgen, diedie Arbeit der technischen Arbeiter über dasjenige Güterquantumhinaus liefert, das sie selbst sich aneignen bezw. zum Verzehrbringen. Zu der Kategorie der zahlreichen von den Mehrerträgender technischen Arbeit (ich vermeide absichtlich das Wort Mehr-wert, um in dem Leser nicht falsche Vorstellungsreihen zu erzeugen)lebenden Personen gehört nun offenbar neben Staatsministern undKurtisanen, Universitätsprofessoren und Ballettänzerinnen auch dieKlasse der kapitalistischen Unternehmer aller Schattierungen. Mitandern Worten: der Unternehmerprofit stellt einen Anteil an denArbeitserträgen der technischen Arbeiter dar, er mag als Produk-p tions- oder Handelsprofit oder in seiner abgeleiteten Form als Leih-
kapitalzins erscheinen. Folgt dieser Satz unmittelbar als logischerSchlufs aus den vorangestellten beiden Grundsätzen und bedarf ersomit keiner weiteren Begründung, so dürfte es doch zur Vermeidungvon Mifsverständnissen angebracht sein, folgende erläuternden Be-merkungen dem Gesagten hinzuzufügen, damit nicht etwa die Nebel-schleier ethischer Sentiments den klaren theoretischen Ausblick
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