215
grofse Summe von fremden Arbeitserträgen dem Zwecke diesesErwerbes geopfert wurde.
Damit nun aber auf diesem Wege, nämlich durch Überweisungvon Anteilsrechten an fremden Arbeitserträgen, Profit gebildet wer-den könne, ist die Voraussetzung eine entsprechend grofse vorher-gegangene Accumulation solcher Anteilsrechte in den Händen vonPersonen, die ihren Reichtum gern zum Ankauf fremder Waren► oder zur Bezahlung dargebotener Dienste verwenden wollen.
Aus gleichem Grunde, weshalb in den bezeichneten Fällen be-liebig hohe Entgelte für den Erwerb von Waren gezahlt werdenkönnen, können umgekehrt die Bedingungen bei dem Verkauf vonSachgütern seitens solcher Anteilsberechtigten unter Umständen eben-falls sehr zu gunsten des Käufers gestellt, d. h. kann die Überlassunggegen einen Gegenwert gewährt werden, der nicht annähernd derin der dargebotenen Ware verkörperten Arbeit entspricht.
2. Die Beschaffenheit der Verkäufer von Arbeits-leistungen mufs derart sein, dafs sie zu einem ihre Verwendungin der kapitalistischen Unternehmung lohnenden Entgelte in ge-nügender Menge dem Unternehmer zur Verfügung stehen. Dazuist vor allen Dingen nötig, dafs sie überhaupt da sind, dafs also^ sich in einer Bevölkerung Personen in hinreichender Zahl vorfinden,
die, weil sie selbständige Produzenten oder Rentiers oder Ministerentweder nicht werden wollen oder nicht werden können, freiwilligihren Unterhalt durch Verrichtung von Lohnarbeit im Solde eines, kapitalistischen Unternehmers zu verdienen suchen.
Dafs Personen, obwohl sie als selbständige Produzenten lebenkönnten, es trotzdem vorziehen, Lohnarbeiter in einer kapita-listischen Unternehmung zu werden, ist heute kein seltener Fallmehr. Er setzt jedoch schon eine sehr hohe Entwicklungsstufekapitalistischer Wirtschaft und vor allem ein weit fortgeschrittenesStadium der Dekomposition vorkapitalistischer Organisation voraus.Für die urwüchsige Entwicklung des Kapitalismus ist er nur voni geringer Bedeutung, wie er auch niemals bisher zu einem Massen-
phänomen sich ausgewachsen hat.
¥ Viel wichtiger ist der Fall, dafs Personen sich dem kapita-
listischen Unternehmer zur Verfügung stellen, weil sie auf andereWeise als durch Lohnarbeit ihr Dasein nicht fristen können. Essind entweder Existenzen, die schon selbständige Produzenten waren,in ihrer Stellung aber nicht bleiben können. Sei es, dafsman sie gewaltsam daraus vertreibt: wie die gelegten Bauern, andie merkwürdigerweise Marx fast allein denkt, wenn er von dem
\