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Neuntes Kapitel. Die Vermögensbildung etc.
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die er über die Profite des Augsburger Handelshauses Haug und Link(1531/62) mitteilt, folgendes 1 : „Die Geschäftsergebnisse dieser 30 Jahrebestätigen im allgemeinen die von mir in anderem Zusammenhänge (inSchmollers Jahrbuch XIX. 4. 108) vorgetragene Ansicht, dafs Geld-un d Waren handel vereint, wie er von den grofsen Geschäften jenerZeit meist betrieben wurde, dauernd Gewinn zwischen 10 und20 °l o abgeworfen habe. Da, wo sich die erzielten Überschüsse überdiese Grenze zu erheben scheinen, ist der vornehmste Grund dafüreine im Verhältnis zur Ausdehnung des Geschäfts geringe Höhedes gewinnberechtigten Betriebskapitals, die sowohl 1533 als auch1560 zu konstatieren ist. Dieser zweimal hervorgetretene Zusammen-hang zwischen relativ geringem Gewinndivisor und besonders hohenDividenden giebt einen methodisch wichtigen Fingerzeig zurBeurteilung derjenigen vereinzelten Angaben überKaufmannsgewinn im Mittelalter, die bisher wegenihrer exorbitanten Höhe vielfach Zweifel an ihrerRichtigkeit hervorgerufen haben.“
Ergänzend hinzufügen möchte ich noch, dafs nach meinerKenntnis sich die Profite der Handelshäuser eher um die Mindest-ziffer jenes Durchschnitts von 10—20°/o, die der Geldhäuser eherum die Höchstziffer bewegt haben werden.
3. Die Pointe ist ja nun aber die, dafs doch auch die Höheder Profitrate noch nicht entscheidet über die mögliche und that-sächliche Höhe der Accumulation. Diese wird vielmehr be-stimmt, wie ersichtlich, durch die Höhe der Accumulationsrate,d. h. das Verhältnis des kapitalisierten zum verbrauchten Teile desProfits einerseits, durch die Profitmengen andrerseits. Nun stehendie Höhe der Aceumulationsrate und die Profitmengen im geradenVerhältnis zu einander: je gröfser die Profitmengen, die dem ein-zelnen zufallen, desto gröfser die Beträge, die er persönlich nichtverzehrt, also accumuliert. Was alles selbstverständliche Dingesind. Hier ist nun aber durch Erinnerung an die Kleinheit derVermögen, die im handwerksmäfsigen Plandel investiert waren 2 , an
1 J. Hartung, Aus dem Geheimbuche eines deutschen Handelshausesim 16. Jahrhundert in der Zeitschr. für Soc. und Wirtschaftsgeschichte 4(1898), 68.
2 Ich trage noch folgende Stelle aus dem Geständnis des bekanntenSchatzräubers Richard Podelicote (Anfang des 14. Jahrh.) (in englischer Über-setzung) nach: „he says that he was a travelling merchant of wools, cheeseand butter and was arrested in Flanders for the kings debts in Brussel andthere was taken from him XIV 1. XVII s. . . . he was poor through the loss
Sombart, Der moderne Kapitalismus. I. 15