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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
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230
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230 Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus .

richtet Funck-Brentano, Philippe le Bel en Flandre (1896), 65: Le pro-prietaire dun sac de laine apr5s avoir verse un droit dissue a la sortiedAngleterre et un droit dentrüe en ddbarquant a Damme, avait encore pourfranchir lEscaut et la Scarpe depuis Rupelmonde jusquä Douai ii acquitter17 peages. Vgl. auch noch G. Steinhausen , Der Kaufmann in der deutschenVergangenheit (1899), 23 ff., 50 ff. und für Frankreich J. J. Clamageran,Hist, de limpot en France 1 (1867), 205 f.

Transportpreise in grofser Anzahl für England zwischen 1263 und1400 hat Rogers (2, 600605) zusammengestellt. Sie sind leider nur weniginstruktiv, weil der Wert der transportierten Ware fehlt. Nur in zwei Fällenist dieser (ohne Angabe der Ware) genannt: die Transportkosten von Pevensey nach Bradmeld betrugen ca. 8°/o, von Middleton nach Malborough ca. 30°/odes Wertes der Sendung.

Von anderen mir bekannten Transportkostenberechnungen, derensehr viele leider nicht verwertbar sind, weil sie uns wegen irgend eines Aus-drucks oder aus sonst einem Grunde unverständlich bleiben, teile ich nochfolgende mit:

Wolle. Nach einer anderen Aufstellung Uzzanos (Deila dec. 4, 186/87)ergiebt sich für 11 Ballen englischer Wollen, die in Calais (also schon um 50oder mehr Prozent verteuert!) für 612 fl. eingekauft sind, bis Mailand einSpesenbetrag von 348 fl.; sie kosten also in Mailand 960 fl. und werden hiermit 1315 4 /6 fl., also 36% Gewinn verkauft. Wolle wird auf dem Wege vonLucca nach Parma (ca. 100 Miglie) um 2426 % ihres Wertes durch Transport-und andere Spesen verteuert (1. c. 177).

Malz. 1000 Scheffel Malz, für die Joh. Wittenborg beim Einkauf inPreufsen 130 m. lub. bezahlte, kosteten von dort nach Lübeck zu trans-portieren 12 m. 4 sol. öden., also etwa 10% des Einkaufspreises. Ein anderesMal beliefen sich die Transportkosten für die gleiche Menge und die gleicheStrecke auf 13 m. 14 sol. 10 den., ein drittes Mal auf 17 m. 1 sol. 1 den.Handlungsbuch der Wittenborgs, LXXII.

Salz (und Wein). Von Lissabon nach Flandern beträgt (1404)^,' dieFracht für 18 flämische Hundert Salz & 7 $6 gr. = 126 tt gr., für 10 bothe(botti ?) Wein = 4 ffl gr., zusammen 130 it gr. Salz und Wein zusammenkosteten 250 U gr. Es betrug also die Verteuerung der Ware durch die(See-)Fracht ca. 50%. Handelsrechnungen des deutschen Ordens ed. C. Sattler(1887), 9/10.

Tuche. 20 Stück Tuche wurden in Cadix um 256. 13. 4. fl. a oro gekauft;die Spesen bis Florenz erhöhen diese Summe auf 351. 19. fl., also um etwa40%, der Verkaufspreis beträgt 395 fl., die Gewinnrate also etwa 12Va %.Uzzano, 130/31. Eine Saumlast (Soma) Tücher ( 12 Stück von Verviers )von Piombino nach Rom zu transportieren kostet 10 fl., von Pisa nach Gaeta 16 fl. Ebenda p. 181. Von Brügge bis Mailand belaufen sich die Kosten fürden Landtransport auf 6 fl. pro 100 Pfd., zu Wasser beträgt von Brügge nachPisa die Fracht pro Sacca (ä 250 Pfd.) 6 fl. ma 5 piü mandano per mare cheper terra. Uzzano, 128. Tuche, die in der Umgegend von Montpellier ein-gekauft sind, haben Spesen bis zum Schiff 10% des Einkaufspreises; dieFracht Aigues-mortes Pisa beträgt pro Stück, das durchschnittlich 15 fl.kostet, % fl., also 34%. Uzzano, 171. Einen Centner Tuch von Antwerpen bis Basel zu verführen, kostet im 16. Jahrh. 2'U fl. Ryff, 106. 110.

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