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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
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Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus .

Bald konsolidierte sich das Verhältnis: die paar grofsen renom-mierten Häuser für die fetten Bissen, eine Anzahl mittlerer Geschäfte fürdie Mittelwaren der milites und der armigeri und der grofse Haufenfür die in Not geratene oder spielwütige misera contribuens plebs.

Und dafs gar die Kundschaft der Päpste, der Erzbischöfe und derKönige nur von den Allergröfsten erwoi'ben werden konnte, ist dochauch wohl nicht zweifelhaft. Von diesen renommierten Firmen, diefür die rasche Vermögensbildung allein in Betracht kommen, be- r

merkt der gut bewanderte Pi ton (XII) sehr mit Recht: quon necroie pas que ces pröteurs, ces financiers fussent les premiersvenus; ils portent au contraire les noms des plus cdlebres famillesde Genes et de Pise; ils ont des parents dans larmde des Croisds;nest-ce pas . . un Pazzi des Pazzi qui plante, le premier, sondrapeau sur le sommet de la muraille, lors de la prise de Jeru-salem ?

So wären wir denn also abermals von unserm Ziele, das wirschon ganz nahe wähnten, durch die letzten Erwägungen abge-kommen. Wir suchten die Anfänge des bürgerlichen Reichtumsunter der Führung des trefflichen Pagnini in den verschiedenenMethoden der Überleitung vorhandener Vermögen und stiefsenschliefslich, wo wir die typischen Vertreter dieses neuen Reichtums >

ausfindig machten, auf les noms des plus cdlebres familles deGenes et de Pise oder zum mindesten auf schon wohlhabende Leute.

So dafs auch dies Kapitel mit den Worten Pagninis schliefsen mufs:mi sento in dovere di spiegare donde ricavassero le somme ne-cessarie ... ec.

Die Frage aber nach dem Ursprung des primären Reichtums,die wir nun wiederholen, wird einen verschiedenen Sinn haben, jenachdem es sich um die vermögenden Juden oder Christen handelt.

Woher die Juden ihre Gelder hatten, mit denen sie den Wucherin grofsem Stile treiben konnten, wer vermöchte es zu sagen.Wahrscheinlich ist aber doch wohl, dafs gerade von ihnen viele alsvermögende Leute ihre Laufbahn im Mittelalter beginnen. Wahr-scheinlich ist, dafs von den wohlhabenden Juden, denen wir überallim späteren Römerreich begegnen, ein beträchtlicher Teil den Be- r

sitz an Gold, Schmucksachen und kostbaren Geräten aus der ver-sinkenden alten Welt herüberrettete in das Mittelalter.

Anders steht es natürlich mit den christlichen Elementen, diewir im Laufe des Mittelalters an dem neuen Reichtum teilnehmensehen. Bei ihnen fehlt die historische Vergangenheit der Juden.

Woher in aller Welt hatten sie die ursprünglichen Fonds, mit denen