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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
Seite
306
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306 Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus.

verwehren anzunehmen, bis er mich vom Gegenteil überzeugt hat.Quellen-mäfsig!

Einige andere Städte will ich nun noch kursorischer erledigen.

Breslau .

Beträchtlicher Zuzug von Landadel. Mehrere der im Ratsverzeich-nis auftretenden Familien sind Adelsgeschlechter; so die Colners, die de Po-merio, die Plcssels, die Mühlheims, die Cindals. C. Grünhagen, Breslau unter den Piasten (1861), 28. Wir finden unter den reichen handeltreibendenFamilien die genannten wieder. Henricus pauper im Cod. dipl. sil. 3 (1860),18, und C. Grünhagen, Die Herren von Reste. Ein Beitrag zur Geschichtedes Breslauer Patriciats im 14. Jahrh., in der Zeitschr. für Gesell, u. Altert.Schles. 7 (1866), 35 ff.

Die seit dem Anfänge des 14. Jahrh. vorhandenen Rechnungsbücher derStadt zeigen deutlich, wie die angesehensten Patricier Handel treiben, sosehr, dafs oftSeniores undMercatores gleichgesetzt wird. Urk. beiTzschoppe und Stengel, 570. Nr. 167. Es ist abernicht daran zu denken,dafs alle Kaufleute eo ipso zu den Seniores gehört hätten, sondern dies wareneben nur die ältesten und angesehensten Kaufmannsfamilien, die Ratsfähigen.Grünhagen, Piasten, 29. Also doch wohl die Abkömmlinge der altein-gesessenen Grundbesitzer. Jedenfalls finden wir dieselben Familien im Be-sitze von bedeutendem Grundeigentum schon im 13. Jahrh. ib. Dafs jenerHandel wohl meist nur Gelegenheitshandel war, geht daraus, wie mir scheint,hervor, dafs jene Familien einmal dem Rat Quantitäten von Tuch aufhalsen,die er dann so gut er kann zu verkaufen suchen mufs. Grünhagen, a. a. O.S. 30.

Frankfurt a. M.

Wir finden am Waren- und namentlich Geldhandel im 15. Jahrhundertbeteiligt von patricischen Familien die den Brom, Stallburg, von Rückingen,Blume, Rorbach u. a. Doch war es nur Gelegenheitshandel, was sie betrieben.Ihr Hauptreichtum bestand in liegenden Gütern, Renten u. s. w., deren Ver-waltung sie sich hauptsächlich widmeten. Bücher, Bevölkerung, 248. Unterden ersten Inhabern von Banken begegnen uns nur patricische Namen. OttoSpeyer, Die ältesten Kredit- und Wechselbanken in Frankfurt a.M. (1883), 22 ff.

Köln .

Die Geschlechter (optimates, nobiles terrae, domini terrae) die mit denMinisterialen zum Patriciat verschmelzen, haben frühzeitig aufserstädtischenHofbesitz. L. Ennen, Gesch. d. Sfladt Köln 1 (1863), 443. 450. Sie treibentutti quanti Handel. Wohl ohne es zu ahnen, kennzeichnet Ennen (478) denSachverhalt meisterhaft mit den Worten:Sobald der Handel es erreichthatte, die freiheitsstolzen Elemente des Schöffentums in seinen Kreis zu ziehen,schwang er sich rasch zu einer nie geahnten Bedeutung empor.

Auch unter denHerren der Gewandschneider unter den Gaddemenfinden wir zahlreiche patricische und sogar ritterliche Namen. Quellen 1,398 ff.; ebenso unter den Gläubigern des Erzbischofs. Chr. d. St. 14, XXV.