Zwölftes Kapitel. Die Anfänge des bürgerlichen Reichtums. :!] 1
Eines der berühmtesten Kaufmannsgeschlechter von Bristol im 15. und16. Jahrhundert sind die Thornes. Von ihnen erfahren wir: „Claimingdescent from Huldrich the Torn, uncle of Rollo, Duke of Normandy andholding office as standard-bearers of the Norman house down to the time ofWilliam the Conqueror’s coming to England , the formod the several branchesof Toenis, Tains, Thanies, Tliorneys and the like, shown by Domesday Book to have been planted among us before the close of the eleventh Century andwere influential people all through the Middle Ages “ (104).
Im 16. Jahrhundert ragen in London die Greshams als Kaufleutehervor. Ihre Vergangenheit: „The Greshams are first found in Norfolk .John Gresham, gentleman, of Gresham — great-grandfather of the famousThomas Gresham — lived in the latter part of the XIV. Century and inheriteda respectable patrimony from ancestors who seem to have given their nameto the district“ (111).
Die Hawkinses von Plymouth sind ebenfalls von adliger Herkunft (136).
Sir Lionell Duckett, the son of a Nottingham gentleman, LondonerGrofskaufmann im 16. Jahrhundert.
Aber auch die Osborne, die Mewett, die Myddelton und vieleandere gerade der gröfsten und reichsten englischen Handelshäuser leiten ihrenUrsprung auf (meist adlige) Grundbesitzer zurück, wenn sie nicht durch Heiratihren Reichtum erwerben oder vermehren.
Ich erinnere endlich an eine sehr bekannte Kaufmannsfamilie, die eben-falls aus dem grundbesitzenden Adel hervorgegangen ist: die Blake. Vgl.R. Pauli, Aufsätze zur englischen Geschichte (1869), 273/74.
Flandern und Brabant haben auf dem flachen Lande eine ähnliche Ent-wicklung erlebt, wie die Gebiete der norditalienischen Republiken; daherwie schon hervorgehoben wurde, die gleiche Reichtumsentfaltung hier wie.dort. Die Eigenart der Entwicklungen der beiden Kulturgebiete aber be-ruht in der frühen Unterjochung der Landschaft durch die Kommune. Brügge ,Gent, Ypern, Lille, Douai u. a. werden geradezu die Süzeräne einer grofsenAnzahl kleiner Städte und ganzer Territorien, „ßruges ötait suzeraine de toutela banlieue, le Franc, et la ville de Gand 6tait chef de sens du territoire desQuatre-Mdtiera. . . . aussi la Suprematie des grandes villes sur le pays deFlandre alla-t-elle s’accentuant dans le courant du XIV. siöele. A l’epoquedes Artevelde les grandes villes dominant reellement le pays.“Funck-Brentano, Philippe le Bel. , 45/46.
Diese Vorherrschaft der grofsen Städte giebt daun selbstverständlich dersocialen Struktur der Gesellschaft ihr Gepräge. Hervorstechendes Merkmalderblühenden flandrisch-brabantischen Handelscentren ist die frühe Ver-schmelzung des feudalen Landadels mit dem städtischen Patri-ciat. Nur wenn man dies ins Auge fafst, kann man beispielsweise eine inihrem Kern aristokratische Bildung, wie die Hanse der flandrischen Städte,verstehen, die einen „quens“ (Grafen ) als Vorsteher und einen „Skildrake“(Knappen) als Stellvertreter hat. Siehe das Statut bei Warnkönig , Flan-drische Staats- und Rechtsgeschichte 1 (1835), Urk.Buch S. 81 ff. Ein anderesCharakteristiken der belgischen Städte ist der seit ihren Anfängen ausgedehnteLandbesitz der Bürger, und endlich kommt hinzu die besonders starke Grund-