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wesentlich bedingenden Commenda. Alle gröfseren Seeschiffe finden wir imBesitz der Nobili; der populus hat nur einige kleinere. G. Caro, Genua unddie Mächte 1 (1895), 10. Als Genua im 12. Jahrhundert seine Herrschaft überganz Ligurien ausbreitet, werden die Markgrafen und Grafen gezwungen, derGenueser Compagna beizutreten. Auf diese Weise werden die MarkgrafenAlderam, Graf von Ventimiglia , Markgraf von Loreto, Graf von Lavagna, Mark-graf von Gavi urbanisiert. 1135 Alderam: ero habitator Janue per me vel filiummeum et tenebor adimplere sacramentum compagne; 1138 Grafen von Lavagna:ero habitator Januae et sacramentum . . compagne . . adimplebo; bei Pertile,2 2 , 24. „Sie mufsten der Compagna beitreten, erwarben Grundbesitz inder Stadt und bildeten fortan einen Teil des Genueser Stadtadels.“ Sieve-king, 23. 1102 sind von vier Konsuln drei viskontilen Geschlechts. Vgl.
dazu Heyck, 142 ff. Die prominenten Handelshäuser des frühen Genuas sinddie Grimaldi, Fieschi, Spinula, Doria etc., alles Familien, deren Macht „aufserauf ihrem Handel“ beruht „auf ihrem Grundbesitz in Ligurien, den sie vonaltersher besafsen oder als Beamte der Kommune als Lehen erwarben“.Sieveking, 61. Galt es nun gröfsere Geldsummen aufzubringen, so kommennoch im 13. Jahrhundert fast nur die alten Adelsgeschlechter in Frage. Unterden Geldgebern, die 1253 als Gläubiger des Königs Ludwig d. H. erscheinen,sind die gröfseren durchgängig Angehörige der vornehmsten Geschlechter.Während nämlich die kleinen berufsmäfsigen Winkelwucherer mit geringenSummen von einigen Hundert Tournaier Pfund (ä 26 Mk. Metallwert) an demDarlehn beteiligt sind, leihen dem König (von insgesamt 102780% Pfd.) dieLercari . . 20100 Pfd.
Grilli ... 5800 -
de Camilla . 5 370
de Marino . 5 200
de Nigro . . 4 900
Spinola . . 4 755
de Fossatelli 4 050
Grimaldi . . 3300
u. s. w.
Schaube, Die Wechselbriefe König Ludwigs des Heiligen, in den Jahr-büchern für N.Ö. 15, 606 ff. Vgl. auch 740.
Und programmgemäfs erfahren wir von den Nobili Genuas : „Ihr Eigen-tum war ein guter Teil des Bodens in der Stadt.“ G. Caro, Genua und dieMächte 1, 10.
Venedig.
Dafs Venedigs Handel von seinen Adelsfamilien, den alten eingesessenenGeschlechtern getragen wurde, weifs jedermann. Was in früher Zeit alsGeldbesitzer erscheint, gehört ebenfalls den alten bekannten Geschlechternan. So waren die Mitglieder der Konsortien, die im 12. Jahrhundert dieStaatseinkünfte pachteten, fast immer Angehörige vorwaltender Geschlechter.An der Anleihe von 1164 sind beteiligt: Seb. Ziani, Orio Malipiero, AnaniasQuirino, Gaton Dandolo, Tribanus Barozi, Leo Faletrus, Job. Vaizo.W. Lenel, Entstehung der Vorherrschaft Venedigs an der Adria (1897), 42.
Wer sind diese Familien? Darüber geben die Quellen, wie sich denkenläfst, nur dürftige Aufklärung. Safsen auf den Inseln zur Zeit Kassiodors,
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