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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
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Dreizehntes Kapitel.

Die Kolonialwirtschaft.

0 mont.e Abyla e o nobre fundamentoDe Centn toina. e o torpe MahometaDelta föra.

Luiz de Camöes , Os lMsiadas. Canto IV. 49. We speak of the blood-cemented fabric of the pros-perily 'of New Orleans or the Havanna : let us lookat home. What raised Liverpool and Manchester f'rom promncial towns to gigantic cities? Whatmaintains noiu their active industry and their rapidaccumulation of wealth? The exchange of theirproduce icith that raised by the American Slaves;and their present opülence is as really owing to thetoil and suffering of the negro, as if his hands hadexcavated their docks and fabricated their steam-engines.

H. Mer ivale, Lecturcs on colonization and colcmies.

Wenn ich in einem besonderen Kapitel diejenige Accumulationvon Geldvermögen behandele, die eine Folge der Kolonialwirtschaftder europäischen Staaten ist, so geschieht es aus der Erwägungheraus, dafs die Kolonialwirtschaft zwar nicht immer durchaus neueAccumulationsmethoden schafft, wohl aber stets die bekannten Formender Vermögensbildung hinlänglich modifiziert, um ihre gesonderteBetrachtung zu rechtfertigen. Es ist vor allem die ungeheureSteigerung der extensiven wie intensiven Wirksamkeit aller Accumu-lationsweisen, die der Kolonialwirtschaft ihr eigentümliches Geprägegiebt. Es ist die Schrankenlosigkeit bei der Aneignung von Pro-duktionsanteilen, die die Kolonialwirtschaft charakterisiert. Deut-licher gesprochen: die unverblümte Ausbeutung und Ausplünderungfremder Länder und Völker, ohne alle Rücksicht auf Sitte und Ge-setz, die in der Heimat einige Schranken auferlegen, macht ihr inneresWesen aus und begründet ihre specifische Bedeutung für die Genesis